START DER Rugby-WM – Wo Frankreichs Rugby-Herz schlägt

FAZ VON PIRMIN CLOSSÉ, CARCASSONNE-AKTUALISIERT AM 08.09.2023

In Paris beginnt die Rugby-WM – seine Wurzeln aber hat der Sport im Süden. Bei manchen Spielen trifft sich dort beinahe die halbe Stadt. Ein Besuch vor Ort.

Wer das Rugby-Herz Frankreichs schlagen hören will, der muss in den Süden fahren. Vorbei an den Lavendelfeldern der Provence und hinein in die staubig-schöne Hügellandschaft der Region Okzitanien, die sich von der Auver­gne bis zum Baskenland erstreckt. In Paris wird am Freitagabend die Rugby-WM eröffnet. Im Stade de France werden mehr als 80.000 Zuschauer Gastgeber Frankreich gegen die mythischen „All Blacks“ aus Neuseeland zujubeln, und in gut zwei Monaten wird in der Metropole auch das große Finale gespielt. Ihre Wurzeln aber hat die Grande Rugby-Nation im Süden. Hier spielen 24 der 32 Klubs aus den ersten beiden Profiligen. Hier liegen sechs der neun WM-Spielorte. Hier ist Rugby ein Kulturgut.

Ein nasskalter Freitagabend im März. In Carcassonne hat der örtliche Zweitligaklub US ein Heimspiel. Berühmt ist die Kleinstadt unweit der Mittelmeerküste vor allem für ihre gigantische Burganlage, die weithin sichtbar auf einem Hügel über der Altstadt thront. Ein Weltkulturerbe, namensgebend außerdem für ein preisgekröntes Brettspiel. Tag für Tag fluten Touristen Carcassonnes enge Gassen mit all den Cafés, Souvenirshops und Spezialitätenläden. Einheimische trifft man nur wenige. Erst abends, am Rugby-Stadion, ändert sich das. Dort bekommt man einen Eindruck davon, wie dieser Sport in der Region verankert ist.
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