„Glaube nicht, dass ein Ort zu weit entfernt ist –

gehe nur los und Du wirst ankommen;

denke nicht, es sei zu schwer – tu es einfach!“

Dschingis Chan

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(04.-06.2020 (2)

 

Sportbuzzer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse

24.05.20 von Stefan Dinse

Großer Rugby-Krach in Hannover: "Verhalten des SV Odin von Unsportlichkeit geprägt"

Die Trennung zwischen den Rugby-Klubs VfR 06 Döhren und SV Odin gerät zu einer schmerzhaften Kraftprobe. Der VfR kündigte die Spielgemeinschaft und will weiter in der 1. Bundesliga spielen, Odin ist zum Neuaufbau gezwungen. Die Herrenhäuser lehnen es allerdings ab, dem Ex-Partner das Einverständnis zu geben, das nach den Regularien notwendig wäre.

Stattliche 13 Jahre hat diese Verbindung gehalten. Die Rugbyspieler des VfR 06 Döhren und des SV Odin haben viel miteinander erreicht und überwunden. Wie in einem Gedrän­ge standen sie dicht an dicht zusammen in dieser Spielgemeinschaft, verkeilten sich gar miteinander. Da fällt es schwer, sich wieder zu lösen. Und tatsächlich gerät die Trennung zu einer schmerzhaften Kraftprobe. Der VfR kündigte die SG und will weiter in der 1. Bundesliga spielen, Odin ist zum Neuaufbau gezwungen. Nach den Regularien muss Odin dem Ex-Partner aber sein Einverständnis dafür geben, oben zu bleiben. Das lehnen die Herrenhäuser jedoch ab. Nun droht auch dem VfR der Sturz in die unterste Klasse.

    "Eine gute Kooperation nach so langer Zeit einseitig und ohne Rücksprache zu beenden, das ist intransparent und kein guter Stil."

„Leider ist das Verhalten des SV Odin von Unsportlichkeit und Missgunst geprägt, damit haben wir nicht gerechnet“, sagt der VfR-Vorsitzende Stefan Dörner. Die Waldheimer verstehen nicht, warum sich die Odiner querstellen.

„Eine gute Kooperation nach so langer Zeit einseitig und ohne Rücksprache zu beenden, das ist intransparent und kein guter Stil“, betont Odins Spartenleiter und Ex-SG-Kapitän Julian de Riva. „Der VfR kam damals auf uns zu, als es ihm nicht gut ging, und geht jetzt, ohne an uns zu denken.“

Geht eine Rugby-Spielgemeinschaft auseinander, muss eine Vereinbarung darüber getroffen werden, wo die Teams künftig spielen. Gibt es diese nicht, gelten die Mannschaften als neu gemeldet und beginnen in der untersten Klasse, der Verbandsliga. Bis zum 31. Mai bliebe Zeit, eine Übereinkunft zu treffen. „Es gibt nichts mehr zu besprechen“, so de Riva.

Odins Befürchtungen...

Im Januar hatte der VfR beim Deutschen Rugby-Verband (DRV) angefragt, ob er im Fall einer Trennung ausnahmsweise eine Bundesligalizenz erhalten könne. „In der Antwort steht, der DRV wolle das sehr wohlwollend prüfen“, sagt Dörner. Anfang April teilte der VfR dann mit, die SG nach der Saison zu beenden. Die erste gemeinsame Mannschaft stand in der 1. Liga Nord/Ost auf dem Abstiegsplatz. Dann kam Corona, die Spielzeit wurde abgebrochen. Ab- und Aufsteiger sollte es keine geben. Laut Reglement könnte das Oberhaus mit nur sieben statt acht Vereinen starten, sagt Herbert Lütge, Vorstandsmitglied des Bundesliga-Ausschusses – wenn sich VfR und Odin nicht einigen.

Sein Verein wolle keinen Ärger, unterstreicht Dörner. Die Ankündigung des SV Odin, in die Verbandsliga gehen zu wollen, habe für ihn das Einverständnis bedeutet, sich dem VfR nicht in den Weg zu stellen. Odin jedoch befürchtet, dass sich etliche Spieler dem VfR anschließen könnten, wenn der den Platz in der Bundesliga einnimmt. „Es ist ja immer noch wie eine Mannschaft, das wäre gefühlt nicht mal ein Vereinswechsel. Und wo blieben wir dann?“, sagt de Riva.

"Wenn der DRV nicht zustimmt, nimmt ein weiterer Verein in Hannover Schaden."

Dörner und der VfR hoffen, dass der Verband die Lizenz für die Bundesliga erteilt. „Wenn der DRV nicht zustimmt, nimmt ein weiterer Verein in Hannover Schaden. Das kann nicht im Sinn der Sache sein.“ Der VfR 06 Döhren sei in seiner Entwicklung auf Bundesliga programmiert. Anfang Juni dürfte der Bundesliga-Ausschuss entscheiden. „Wir sehen dem gelassen entgegen, es gibt immer einen Weg“, so Dörner.

De Riva will nach vorn schauen, mit dem Heidelberger Johannes Augspurger ist ein Coach für den Neustart gefunden: „Wir waren geschockt und hatten Existenzängste. Nun sehen wir wieder einen klaren Weg vor uns.“

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Linkedin - Juergen Schnabel Managing Director Group Tax and Finance

Veröffentlicht am 22.05.20; 11.09.18; 22.05.18; 23.02.18; 17. 01.18

Die Erich-Kraft-Stiftung des Deutschen Rugby-
Verbandes und ihre Geschäfte

Die „Erich-Kraft-Stiftung des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV)“ verwaltet das Vermögen, das dem DRV durch den früheren stellvertretenden DRV-Vorsitzenden Erich Kraft testamentarisch zugewandt wurde. Das Stiftungskapital soll gemeinwohlorientiert zur Förderung des Rugby-Sports außerhalb der DRV-Mitgliedsvereine eingesetzt werden.

Laut dem letzten öffentlich zugänglichen Jahresabschluss hält die Erich-Kraft-Stiftung in ihrem Vermögen sämtliche Geschäftsanteile an der «Deutsche Rugby-Marketing GmbH».

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Sportbuzzer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse

20.05.20 von Stefan Dinse

"Setzen damit ein Zeichen":

Odin holt Johannes Augspurger als neuen Trainer

Rugby-Handschlag in Corona-Zeiten: Spartenleiter Julian de Riva (links) und Johannes Augspurger freuen sich auf die Zusammenarbeit beim SV Odin.

In welcher Liga es für den SV Odin nach der Auflösung der Spielgemeinschaft mit dem VfR 06 Döhren weitergeht, ist noch offen. Eine andere wichtige Entscheidung hat der Traditionsklub getroffen: Johannes Augspurger wird die Mannschaft künftig trainieren. Der 30-Jährige kommt aus Heidelberg.

Johannes Augspurger bemüht sich, Hochdeutsch zu sprechen. Und das gelingt ihm durchaus gut. Ein wenig ist der kurpfälzische Akzent dennoch zu hören. Der neue Rugbytrainer des SV Odin kommt aus Heidelberg, aus der Hochburg des Südens. Er übernimmt die Mannschaft, die nach der Trennung vom VfR 06 Döhren in der Verbandsliga erst noch neu aufgebaut werden muss.

    "Wir glauben, das passt sehr gut mit Johannes"

„Das ist eine sehr spannende, interessante Aufgabe“, sagt der 30-Jährige, der Anfang des Jahres in die List gezogen ist. Er will in Hannover etwas Neues versuchen. „Wir glauben, das passt sehr gut mit Johannes“, sagt Odins Spartenleiter Julian de Riva und unterstreicht: „Es geht weiter bei Odin, wir setzen damit ein Zeichen.“

Augspurger hat bei der RG Heidelberg begonnen, als er fünf Jahre alt war. Er spielte für die RGH in der ersten Bundesliga, holte mit der zweiten Mannschaft und der RU Neckarsulm den Ligapokal. Der Landschafts- und Gartenbauer schwenkte dann langsam um, machte seinen Trainerschein (C-Lizenz) und coachte Nachwuchsteams. Spielertrainer will der kräftige Ex-Stürmer an der Graft aber nicht sein. „Das funktioniert aus meiner Sicht nicht, entweder man ist Spieler oder Trainer.“ Eigentlich hatte Augspurger bereits bei Hannover 78 als Jugendtrainer zugesagt, erhielt aber die Freigabe.

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Stade Français Paris - 18.05.2020

Covid-19 Allgemeine Geschäftsbedingungen:

Unterstützer, Abonnenten und Kunden
aus dem Gastgewerbe

Liebe Unterstützer, liebe Mitglieder des Business Clubs, vor allem der Club du Stade Français Paris, alle Spieler, Mitarbeiter und Mitarbeiter hoffen darauf Ihnen und Ihren Lieben geht es gut.

Der Club war sehr berührt von Ihren zahlreichen Zeugnissen und Ihrer Unterstützung in dieser schwierigen Zeit. Das Stade Français Paris seinerseits beteiligte sich durch seine Solidaritätstouren mit Anhängern an der Solidaritätswelle während der Krise.

Dank Ihnen, den Spielern und den Mitarbeitern wurden viele andere Aktionen durchgeführt. Die gesamte Familie Stade Français Paris engagierte sich.

Wie Sie wissen, ist die Saison 2019-2020 offiziell vorbei. Wir werden in TOP14 gehalten, obwohl wir aufrichtig die Auswirkungen der neuen Dynamik vor Ort demonstrieren und unsere Wartung im Sport gewinnen möchten.

Sie haben uns in dieser Saison unterstützt, und wir sind Ihnen sehr dankbar, was offensichtlich nicht unsere jeweiligen Erwartungen an unseren Club de Coeur widerspiegelt.

Die mit Covid-19 verbundene Gesundheitskrise hat unser Leben und unsere Gewohnheiten verändert. Niemand wurde verschont. Es besteht weiterhin Unsicherheit darüber, wie wir Sie in der nächsten Saison begrüßen können. Wir kommen Schritt für Schritt voran, respektieren Regierungsentscheidungen und arbeiten mit der National Rugby League und allen Top-14-Clubs zusammen.

Kehren Sie zu Ihnen zurück mit konkreten Elementen ist natürlich unsere Priorität. Wie Sie wissen, basiert unser Wirtschaftsmodell im Wesentlichen auf den Verpflichtungen der Sponsoren und den Einnahmen aus dem „Spieltag“ (Ticketschalter, Gastfreundschaft, Merchandising, Erfrischungen).

Diese Saison 2019-2020 ging abrupt zu Ende und die letzten sechs abgesagten Heimspiele hatten einen starken finanziellen Einfluss auf den Verein.

Um dies zu bewältigen, werden wir an der Optimierung der Betriebskosten und -kosten arbeiten. Wir sprechen mit den Spielern, damit sie an dieser gemeinsamen Anstrengung teilnehmen können. In diesem Notfall wäre eine Planung für die Zukunft ohne die Unterstützung von Dr. Wild unmöglich.

Es ist jedoch notwendig, einen Wiederherstellungsplan aufzustellen, um die Zukunft des Clubs zu sichern. Dieses Projekt wird in wenigen Wochen von Thomas Lombard vorgestellt und dreht sich um drei Hauptachsen, die für das Stade Français Paris von wesentlicher Bedeutung sind: Training, Innovation, Zusammenbringen.

Heute möchten wir auf Sie zurückkommen, um die Bedingungen für die Absage dieser letzten sechs Sitzungen vorzustellen:

Wir empfehlen Ihnen, bis zum 30. Juni 2020 aus den folgenden zwei Optionen zu wählen: Eine Gutschrift für unbestrittene Spiele. In Übereinstimmung mit der vom Sportministerium am 8. Mai veröffentlichten Verordnung (um das Geld der Organisatoren von Kultur- und Sportveranstaltungen zu erhalten) wird das Stade Français Paris eine Gutschrift ausstellen, die für einen Zeitraum von 18 Monaten gültig ist und den Kauf eines Service während der Saison 2020-2021 oder zu Beginn der Saison 2021-2022.

Nach Ablauf dieser Gültigkeitsdauer von 18 Monaten erfolgt eine Rückerstattung des Kreditbetrags, wenn dieser nicht verwendet wurde. Unterstützen Sie den Club und seine Trainingsrichtlinien, indem Sie auf diesen Kreditantrag verzichten: Durch diesen Prozess werden 20% Ihres Engagements an das Trainingszentrum des Clubs und 20% an den Verband / die Rugby-Schule gespendet.

Unser Wunsch ist es, die Zukunft des Clubs durch Training aufzubauen.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, danken wir Ihnen vielmals! Schließlich geht die Zukunft des Clubs durch Sie. Sobald wir unsere Empfangsbedingungen für die Öffentlichkeit besser sichtbar haben, werden wir die Angebote für die nächste Saison mitteilen.

In der Zwischenzeit ist uns bewusst, dass der Zeitraum auch für Sie kompliziert ist. Wir möchten Ihnen jede Chance geben, Ihre Leidenschaft bei uns weiter zu leben.

In der nächsten Saison profitieren Sie von niedrigeren Tarifen, besseren Zahlungsbedingungen, verbesserter Erfahrung und einer Beziehung zum Club.

BAUEN SIE UNSERE ZUKUNFT, UM ERFOLGREICH ZU WERDEN, SCHREIBEN WIR UNSERE GESCHICHTE ZUSAMMEN

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Neue Presse Hannover – 18.05.20 Von Stefan Dinse

Rugby-Profi Himmer geht beim Vater
in Quarantäne

Zusammen bringen die Himmers aus Velber 240 Kilogramm auf die Waage. Sie sind eine besondere Rugby-Familie. Jungprofi Michel spielt in Frankreich, ist aber in der Corona-Krise vorübergehend zu seinem Vater gezogen.

Jens Himmer und sein Sohn Michel bringen zusammen muskulöse 240 Kilogramm auf die Waage. Sie sind die Köpfe einer besonderen Rugby-Familie. Jungprofi Michel spielt eigentlich in Frankreich. Wegen der Corona-Krise hat er sich jetzt freiwillig zu seinem Vater in die Trainingsquarantäne begeben.

Das Haus von Jens Himmer ist voller wilder Tiere – zumindest an den Wänden. Viele Tiere hat der kräftige Velberaner und Ex-Rugby-Nationalspieler auf seinen zahlreichen Reisen selbst fotografiert – einen Gorilla beispielsweise und einen Leoparden.

La Rochelle hat geschlossen

Der Zweitliga-Coach von Victoria Linden kann wegen der Coronakrise in diesen Tagen noch keine normalen Übungseinheiten leiten. Aber auf Fachsimpeln und Krafttraining mit einem weiteren Hünen muss Himmer nicht verzichten. Sohn Michel, der Rugby-Profi in Frankreich werden will, hat sich wegen Corona bei  

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Offenbach-Post 15.05.20 cd

2. Liga Süd West

Rugby-Mannschaft des BSC:
Zum zweiten Mal Aufstieg verboten

Der Rugby-Mannschaft des BSC Offenbach wird zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren ein Aufstieg am Grünen Tisch versagt. BSC-Abteilungsleiter Ian Rawcliffe hat den Traum, im Jubiläumsjahr wieder in der 1. Liga zu spielen, aber noch nicht aufgegeben.

Offenbach – Ian Rawcliffe ist zwar gebürtiger Brite, kennt sich mit deutschen Redewendungen aber bestens aus. „Es gibt ja die Formulierung, dass man etwas voll und ganz akzeptiert. In unserem Fall ist es so, dass wir es voll akzeptieren, aber nicht ganz“, sagt der Leiter der Rugby-Abteilung des BSC Offenbach. Gemeint ist die Entscheidung des Vorstands des Bundesliga-Ausschusses, die Saison wegen der Coronavirus-Pandemie abzubrechen und dabei auf Auf- und Absteiger zu verzichten.

Für den BSC ist das besonders bitter, da er als souveräner Spitzenreiter der 2. Liga Süd West (sieben Spiele, sieben Siege, 429:36) auf dem besten Weg war, sich für die Play-offs zum Oberhaus zu qualifizieren und dort als haushoher Favorit gegolten hätte. Die Offenbacher wollen zwar nicht juristisch gegen die Entscheidung vorgehen, sich aber auch nicht einfach mit ihr abfinden.

„Aus Sicht des BSC ist das sehr enttäuschend“, sagt der Rödermarker, der als ehemaliger Präsident des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV, 1996 bis 2004 und 2013 bis 2015) aber grundsätzlich auch Verständnis für die von den Funktionären getroffene Entscheidung zeigt. Die ihr zugrunde liegende Diskussion, an der Vertreter aller Erst- und Zweitliga-Klubs beteiligt waren, sei „gut und demokratisch geführt“ worden, stellt Rawcliffe klar. „Das Ergebnis muss man akzeptieren.“ Anlass zur Kritik sieht der 71-Jährige dennoch. „Wir hatten einige Vorschläge gemacht, die von anderen Vereinen unterstützt und von anderen Sportverbänden praktiziert wurden“, berichtet der BSC-Abteilungsleiter und meint damit vor allem eine mögliche Aufstockung der beiden Bundesliga-Staffeln (Sollzahl acht) auf zehn Teams. Darüber sei allerdings nicht mal diskutiert worden, wundert sich Rawcliffe.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung

14.05.2020 Von Leonhard Kazda

Football in Deutschland:

„Unser Ziel ist eine Liga der Willigen“

Carsten Dalkowski, Sprecher der German Football League, äußert sich im F.A.Z.-Interview über die Zukunft seines Sports in Deutschland und warum es unter Umständen keinen Sinn macht, überhaupt in den Ligabetrieb zu starten.

Carsten Dalkowski ist der gewählte Sprecher der German Football League (GFL) und dadurch Mitglied im erweiterten Vorstand des American Football Verbandes Deutschland. Seit 2002 ist der als Strafverteidiger tätige 49 Jahre alte Jurist auch Präsident des GFL-Klubs Marburg Mercenaries.

Am Wochenende startet die Fußball-Bundesliga wieder in den Spielbetrieb – wenn auch unter Corona-Notbedingungen. Wie sieht die Situation im American Football aus?

Wir haben uns in der German Football League (GFL) nach mehreren Wochen interner Diskussionen auf eine allgemeine Strategie festgelegt. Wir setzen den Spielbetrieb erst einmal aus und überlegen einen Spielbetrieb im September. Die GFL hat nun in den kommenden zwei Wochen die Aufgabe, zu prüfen, ob ein Spielbetrieb im September unter welchen Rahmenbedingungen Sinn ergibt. Wir haben vorher mit dem American Football Verband Deutschland (AFVD) einen Rahmen ausgehandelt, der uns aktuell alle Möglichkeiten offenlässt, die verschiedenen Bedürfnisse in den Ligen zu befriedigen. Wir versuchen derzeit, einen tragfähigen Kompromiss für alle zu finden.

Wie könnte ein Spielbetrieb aussehen?

Die aktuellen Gedankenspiele würden beinhalten, dass wir eine kürzere Saison spielen, dass wir allen Vereinen die Möglichkeit offenlassen, dass sie mitspielen oder nicht. Eventuell würden wir den German Bowl, also das für 10. Oktober geplante Endspiel in Frankfurt, ein Stückchen nach hinten verlegen. Das ist nun in den kommenden 14 Tagen die Diskussionsgrundlage. Nach Pfingsten werden wir Klarheit haben, wie so etwas aussehen kann. Der Basketball hat es ein wenig vorgemacht. Dort wird versucht, mit einer Liga der Willigen die Saison zu Ende zu bringen. So etwas schwebt uns auch vor. Es wird darauf hinauslaufen, dass wir eine verkürzte Saison spielen. Da kann es sein, dass man drei oder vier Heimspiele hat, sechs oder acht Spiele in diesem Zeitraum. Dann kämen die Play-offs und der German Bowl.

Erwägt die Liga sogenannte Geisterspiele, also Partien ohne Zuschauer?

Nein, das war für alle relativ deutlich, dass Geisterspiele keinen Sinn ergeben. Dann müsste man auf irgendwelche Kleinstplätze ausweichen. Es kann sich niemand vorstellen, in großen, leeren Stadien anzutreten und jemanden zu finden, der dann die Miete trägt.

Wie sind denn die Reaktionen der Vereine auf die Pläne?

Sehr, sehr gemischt. Es gibt Klubs, die vehement dafür sind, den Spielbetrieb abzusagen; andere wieder wollen dies auf keinen Fall und sagen: „Das wäre für uns der Tod – also lasst uns spielen.“ Es ist derzeit keine Tendenz zu erkennen. Niemand sagt: „Leute, es ist doch klar, dass wir im September spielen.“ Natürlich nicht. Wir sitzen da ja auch nicht am Steuer. Am Steuer sitzen die Politik und das Virus. Es gibt aber bei uns durchaus auch Stimmen, die sagen: „Das können wir uns überhaupt nicht erlauben, ein Jahr überhaupt nicht stattzufinden. Das wirft uns über Jahre zurück.“

Ein pessimistisches Szenario geht davon aus, dass wir zweieinhalb Jahre nicht spielen werden. Und das ist die Crux an der Geschichte: Fast alle Argumente, die gebracht werden, sind richtige und meist auch gute Argumente. Sehr lokale, subjektive Argumente zum Teil, aber man muss jetzt versuchen, diese zusammenzubekommen.

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Sportbuzzer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse

10.05.20 von Simon Lange

Rugby-Mannschaften aus Hannover haben den
Trainingsbetrieb wieder aufgenommen

Unter Auflagen zwar, aber immerhin: Am Dienstag haben die ersten Rugby-Mannschaften aus Hannover den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen, um nicht komplett einzurosten und um sich mal wiederzusehen. Sie halten sich dabei an den Drei-Stufen-Plan des Deutschen Rugby Verbandes.

Seit Samstag ist klar: Die wegen der Corona-Krise Mitte März unterbrochene Rugby-Saison wird nicht mehr fortgesetzt. Trotz des Abbruchs: Hannovers Erstligisten trainieren wieder. Um nicht komplett einzurosten, um sich innerhalb des Teams überhaupt einmal wiederzusehen – und um die Spieler bei Laune zu halten.

Odin und VfR 96 trainieren getrennt

Die bisherige SG des VfR 06 Döhren und des SV Odin gehen nach der Trennung zum Saisonende auch im Training separate Wege. Odin fing am Dienstag wieder mit Übungen an der Graft an, der VfR traf sich in Kleingruppen für eine lockere Laufeinheit außerhalb des Platzes in Waldheim.

„Wir fangen rudimentär an“, sagt VfR-Chef Stefan Dörner. „Wir brauchen einen sauberen Plan, weil wir unseren Platz nicht überbelegen wollen. Denn wir müssen auch Rücksicht auf die zahlreichen Jugendteams nehmen. Wir wollen keinen Kaltstart, sondern eine vernünftige Vorbereitung“, betont Dörner. Erst in der kommenden Woche werden die Erstliga-Männer auch auf dem Platz trainieren.

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Le Parisien 13./04.05.2020 Von Gilles Tournoux

Coronavirus-Krise:

"Mehr als 20% weniger Budget" im Stade Français

Thomas Lombard, General Manager, erklärt die Wirtschaft eines professionellen Rugby-Clubs wie seinen und wie die Gesundheitskrise die Top 14 gefährdet.

Das Stade Français wird in der nächsten Saison immer in den Top 14 spielen. Trotz seines Platzes als rote Laterne wurde es dank des fehlenden Abstiegs beibehalten der Entscheidung, die Meisterschaft wegen der Coronavirus-Krise zu beenden.

Aber unter welchen Bedingungen wird er gehen?

Zusammen mit anderen Führungskräften äußerte der Geschäftsführer Thomas Lombard am vergangenen Wochenende seine Besorgnis während einer Videokonferenz mit der Sportministerin Roxana Maracineanu. In Erwartung eines möglichen Auftriebs des Staates erklärte sich der 44-jährige Pariser Staatschef bereit, das Budget seines Vereins detailliert zu behandeln, um die Auswirkungen der Krise auf seinen Sport besser zu verstehen. Während des Alarms.

Haben Sie bereits den Budgetrückgang für den Verein geschätzt, der sich in dieser Saison auf 40,2 Millionen Euro belief?

THOMAS LOMBARD. Mehr als 20%. Auch wenn wir uns nicht projizieren können. Wir verbringen auch unsere Zeit damit, neue Budgets aufzustellen: mit normaler Aktivität im September, dann mit begrenzten Messgeräten im Stadion.

Heute betrachten wir eher das katastrophale Szenario mit Bühnen hinter verschlossenen Türen. Worauf basieren Ihre Rezepte? Sie beziehen sich hauptsächlich auf Ticketing, TV-Rechte, Merchandising und Partnerschaft.

Macht Sponsoring 50% Ihres Budgets aus? Nein, aber wir stellen uns vor, dass es am stärksten betroffen sein wird. Es gibt auch das Problem der Abonnements. Wir haben mehr als 4.000 Abonnenten, was immer noch Geld darstellt. Und von dem Moment an, in dem wir ihnen nicht sagen können, wie es in der nächsten Saison weitergehen wird ...

Wie viel der TV-Rechte machen aus (Canal + für durchschnittlich 97 Millionen Euro pro Saison von 2019 bis 2023 zugewiesen)?

In unserem Budget sind es weniger als 20%. Clubs erhalten nicht den gleichen Betrag. Ein Minimum von 3 Millionen Euro ist garantiert, aber es gibt viele Parameter, die ins Spiel kommen, wie die Anzahl der erneuten Übertragungen der Spiele, die Klassifizierung, das Image ...

Das Stade Français hat einen Belegungsvertrag unterzeichnet in der Public Domain (CODP) mit dem Pariser Rathaus für 10 Jahre in diesem Sommer, um das Jean-Bouin-Stadion zu verwalten. Es ist auch ein finanzieller Glücksfall für den Verein… Aber es hat auch Kosten, die wichtiger sind als die der Miete allein.

Und es braucht Einkommen, um ein Gleichgewicht zu finden. Wenn sie von der Krise betroffen sind, die wir durchmachen, kann ich Ihnen sagen, dass der Verlust sehr bedeutend ist. Seminar, Kongress, Betrieb in Stadionlounges, Shows ... Alles wird gestoppt, aber die Kosten des

Was ist mit Gebühren?

Es gibt die Betriebskosten von Jean-Bouin, Reisekosten, Kosten für den medizinischen Sektor und andere Anhänge. Das wichtigste Element ist jedoch die geladene Gehaltsabrechnung. Dies entspricht mehr als 60% für den gesamten Verein.

Ist der Lohnrückgang unvermeidlich? Von dem Moment an, in dem der Gehaltsposten so ist, wie er ist, muss der Aufwand allgemein sein. Es liegt nicht an den Mitarbeitern, alles zu tragen, aber wir sind in der Logik der Sicherung der Beschäftigung. Wo sind Sie in Ihren Gesprächen mit den Spielern über den finanziellen Aspekt?

Wir haben keine Verhandlungen aufgenommen. Eine Empfehlung wurde von der DNACG abgegeben (31% weniger Gehälter für Top-14-Clubs), Diskussionen sind im Gange.

Ich denke, es dauert eine Weile, bis die Spieler das Geschehene integriert und nachgedacht haben. Wir werden dann persönliche Diskussionen beginnen, da es nicht einfach ist, so wichtige Themen per Videokonferenz zu diskutieren.

Wird Stade Français dank seines Milliardärs Hans-Peter Wild weniger betroffen sein als andere Clubs? Warum?

Vielleicht ist sein Widerstand nicht der gleiche, aber er wird auf die gleiche Weise beeinflusst wie alle anderen Vereine in den Top 14. Irgendwann muss das Geld von irgendwoher kommen.

Im Rugby nehmen wir die Fernsehrechte des Fußballs nicht wahr. Wir befinden uns in einer Realwirtschaft, die auf überfüllten Stadien, Konsumenten, Partnern, die Subventionen für den Betrieb des Clubs bereitstellen, basiert.

Wir sehen jedoch die Verwundbarkeit dieses Systems innerhalb von drei Monaten. Wir sind von einer normalen Situation von vornherein zu einer absoluten Alarmsituation übergegangen. Seit dem 1. März gibt es keine Rückkehr mehr.

Wir profitieren sicherlich von staatlicher Hilfe mit Teilarbeitslosenmaßnahmen bis zum 30. Juni, aber sie befreien uns nicht von zusätzlichen Gehältern für Clubs mit hohen Gehaltslisten.

Sehr schnell werden wir das kleine Geld gegessen haben, das noch übrig war, und wir werden am Leben sein.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung

12.05.2020 Von Jörg Daniels

Offenbachs Rugbyspieler:
Kantersiege und der K. o. durch Corona

Die meisterlichen Rugbyspieler des BSC Offenbach steigen schon wieder nicht auf. Die hochambitionierten Hessen hatten nur einen „Gegner“ nicht auf der Rechnung: die Corona-Pandemie.

ass die hoch veranlagten Rugbyspieler des BSC 1899 Offenbach den Spielbetrieb in der kommenden Bundesliga-Saison aufgewertet hätten, daran zweifelt bei der schon heute erstklassigen Konkurrenz keiner. Zu deutlich war bisher nämlich das Offenbacher Übergewicht eine Klasse tiefer: Mit der maximalen Punktzahl von 35 nach sieben Spielen und beeindruckenden 429:36-Spielpunkten führte der Klub vor Köln die Westgruppe der zweiten Liga souverän an.

Anfang März, im Testspiel gegen den Bundesliga-Zweiten der Nord/Ost-Gruppe, Leipzig, hatten die Offenbacher beim 71:0 eine bemerkenswerte Kostprobe ihres Könnens abgeliefert. Die hochambitionierten Hessen schienen bestens für den zweiten und fest eingeplanten Aufstieg hintereinander präpariert zu sein. Nur einen „Gegner“ hatten sie nicht auf der Rechnung: die Corona-Pandemie. Diese sorgte nun für die vorzeitige Beendigung des Spielbetriebs in den beiden obersten Klassen. Mit dem besonders für den BSC niederschmetternden Ergebnis, dass es diesmal keinen Aufsteiger in die Beletage geben wird. Aller Kraftakt der dominanten Offenbacher war umsonst. „Glücklich sind wir natürlich nicht“, sagte Vereinssprecher Bruno Vrga am Montag. „Aber wir werden die Entscheidung akzeptieren und nicht juristisch gegen sie vorgehen.“

Am vergangenen Samstag hatten die Vertreter aller 44 Erst- und Zweitliga-Klubs beschlossen, dass es in der neuen Erstliga-Runde bei der alten Zusammensetzung der Mannschaften bleiben wird – 70 Prozent hatten dafür gestimmt, den Aufstieg aus der zweiten Liga auszusetzen. Die Offenbacher hingegen hätten als designierter Aufsteiger die Aufstockung der Bundesliga bevorzugt. Auf dem Weg nach oben sind sie nun schon zum zweiten Mal aus nicht sportlichen Gründen gestoppt worden. In der vergangenen Saison hatte der Klub nach einer Entscheidung des Hessischen Rugby-Verbandes eine weitere Runde in der Regionalliga drehen müssen – auch in dieser Klasse waren die Offenbacher mit einer Reihe von Kantersiegen eine Klasse für sich gewesen.

Trotz des nicht einkalkulierten Rückschlags wollen die Rugby-Überflieger das Beste aus der Situation machen – und das ist in dieser Zeit alles andere als selbstverständlich. „Wir haben beschlossen, unsere finanziellen Aktivitäten zu erhöhen und die Mannschaft weiter zu verstärken“, sagt Vrga. Der ehemalige Offenbacher Cheftrainer stellt einen „starken Erstliga-Etat“, über dessen Höhe er keine Angaben machen will, in der zweiten Liga in Aussicht. Diesen möglich macht eine Gruppe von Mäzenen um den französischen Unternehmer Dominique Arnault herum, die alle die Affinität zum Rugbysport verbindet.

Und deren Ziel es ist, nachhaltige Strukturen in Offenbach aufzubauen. Ein wichtiger Stützpfeiler in den groß angelegten Planungen ist Wynston Cameron-Dow, der einst vom aktuellen deutschen Meister SC Frankfurt 1880 auf die andere Mainseite gewechselt war und der als Headcoach und Spieler eine Doppelfunktion ausübt. Der gebürtige Südafrikaner verpasste dem international besetzten „Luxuskader“ – dieser Begriff fiel in Fachkreisen – nicht nur die nötige Struktur. Er sorgte auch dafür, dass beim BSC trotz dessen Überlegenheit nie der Schlendrian eingekehrt ist. In der neuen Runde wollen die Offenbacher ihre sportlich vermutlich unterforderte Mannschaft mit „hochkarätigen Testspielen gegen Teams mit mindestens Bundesliga-Niveau“ (Vrga) bei Laune halten. „Unser Team wird definitiv stärker werden“, kündigt Vrga an. So, als wären die Offenbacher, deren Winterzugänge Coen van Rossum (The Dukes/Niederlande) und Stephen Gillies (Schottland) bleiben werden, schon in diesem Jahr aufgestiegen. In der Bundesliga hätten sie laut Abteilungsvorstand Peter Schäfer gleich einen „Top-vier-Platz“ angestrebt – und das Rhein-Main-Gebiet so zu einer Rugby-Hochburg gemacht.

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Rhein-Neckar-Zeitung

11.05.20 Von Claus-Peter Bach

Saison 2019/20 endet

Rugby-Bundesliga bricht mit sofortiger Wirkung ab

Die Vereine gaben ihr Votum ab: 89 Prozent votierten gegen eine Saisonfortsetzung im Herbst.

Heidelberg. Die Saison 2019/20 der Rugby-Bundesligen wird mit sofortiger Wirkung abgebrochen. Der Deutsche Rugby-Verband (DRV) hatte im Vorfeld einer Videokonferenz des Bundesliga-Ausschusses mit den Repräsentanten der Vereine am Samstag signalisiert, deren Votum zu folgen. 44 der 45 Erst- und Zweitligisten hatten sich an der vom DRV-Vorstandsvorsitzenden Manuel Wilhelm (Heidelberg) moderierten Sitzung beteiligt, 89 Prozent der Vereine stimmen für den Saisonabbruch. Nur sieben Prozent votierten für eine Saisonfortsetzung im Herbst. Diesem Votum ist der Bundesliga-Ausschuss tatsächlich gefolgt und hat schon gestern um 14.12 Uhr den Abbruch bekannt gegeben.

Mit vier weiteren Abstimmungen wurde über die Konsequenzen und weiteres Prozedere entschieden: 2020 wird kein deutscher Rugbymeister ausgespielt. Die Bundesliga Süd endet also mit dem Tabellenstand des 22. Februar mit dem SC Frankfurt 1880 als Titelverteidiger auf Platz eins vor dem Vorjahreszweiten TSV Handschuhsheim, der Rudergesellschaft Heidelberg und Aufsteiger SC Neuenheim in der oberen Tabellenhälfte sowie dem Heidelberger Ruderklub, der SG Pforzheim, dem RC Luxemburg und dem RK Heusenstamm auf den Rängen fünf bis acht.

Es wird keine Absteiger aus den Bundesligen geben, wofür sich 86 Prozent der Vereine aussprachen, allerdings auch keine Aufsteiger, wofür 70 Prozent votierten. Ausnahmen kann es für die 2. Ligen Nord, Ost und West geben, die gegenwärtig mit jeweils nur sieben Mannschaften unterbesetzt sind.

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Sportbuzzer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse

03.05.2020 von Stefan Dinse

Rugby-Trennung:

Zwischen VfR 06 Döhren und SV Odin droht Ärger 

Diese Trennung könnte noch unschön und schmerzhaft werden. Der VfR 06 Döhren hat zur nächsten Saison die Rugby-Spielgemeinschaft mit dem SV Odin aufgekündigt. Das gemeinsame Team steht in der 1. Bundesliga Nord/Ost vor dem Abstieg. Wo die Vereine aber künftig spielen werden, ist unklar.

Die Vereine VfR 06 Döhren und SV Odin müssen einvernehmlich entscheiden, wo sie künftig spielen. Gespräche hat es jedoch noch nicht gegeben.

Der VfR will in der 1. Liga bleiben, falls die Saison wegen der Corona-Pandemie abgebrochen wird. Dem müsste Odin jedoch zustimmen. „Das halte ich unter diesen Umständen für schwierig“, sagt Odins Spartenleiter Julian de Riva, der zugleich SG-Kapitän ist. Die Beziehung der Klubs habe sich in den vergangenen Wochen spürbar abgekühlt. VfR-Vorsitzender Stefan Dörner will keinen Ärger: „Wir sind doch mitten in der Saison. Wir werden auf unseren langjährigen, guten Kooperationspartner zugehen, sobald Fakten geschaffen sind, was die restliche Saison angeht.“

"Es gibt noch gar keine Basis, auf der wir für die Zukunft beider Vereine entscheiden können."

Vor drei Wochen hatte der VfR-Chef überraschend die Auflösung der SG angekündigt. Nach 13 Jahren sei es an der Zeit, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Diesen Entschluss fasste der VfR-Vorstand einstimmig. Sollten sich die Vereine einigen, könnten die Waldheimer in der 1. Liga spielen (im Fall des Klassenerhalts oder Saisonabbruchs) oder in der 2. Liga weitermachen. Das andere Team müsste in der untersten Spielklasse neu anfangen, also der Verbandsliga – das hat der SV Odin nun ohnehin vor. „Wir haben 20 Mann im Kader und sind in Gesprächen mit einem Trainer“, sagt de Riva.

Verweigern sich die vom Bruch der SG enttäuschten Odiner einer Einigung, müsste der VfR wohl ebenfalls in die tiefste Klasse – so ist die Regel. Und dass, obwohl die 2. Liga Nord seit Jahren nicht in der Sollstärke von acht Mannschaften spielt, weil es schlichtweg nicht genug spielfähige Teams gibt. „Wir beantragen eine Bundesligalizenz“, betont Dörner, sagt aber zugleich: „Es gibt noch gar keine Basis, auf der wir für die Zukunft beider Vereine entscheiden können.“

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Süddeutsche-Zeitung – Jetzt - 01.05.2020 Von Raphael Weiss

Warum Sportwetten vor allem junge Menschen süchtig machen .

Was wie ein harmloser Zeitvertreib wirkt, kann Leben zerstören. Was macht diese Sucht so gefährlich? Ein Betroffener erzählt

Felix* sitzt in einem gemütlichen Büro im Münchner Stadtteil Schwabing. Holzparkett, zwei Stühle, ein kleiner Schreibtisch. Seit fast einem Jahr geht er regelmäßig hier her. Eine Routine, die eine andere ersetzt hat. Eine, die fast sein ganzes Leben ruiniert hätte. Felix ist glücksspielsüchtig. Er begann schon früh damit, auf Fußballspiele zu wetten. Erst selten, dann immer öfter, schließlich krankhaft. „Als ich 1300 Euro auf ein einziges Spiel gesetzt habe, wusste ich, dass ich ein großes Problem habe“, sagt der 25-jährige BWL-Student heute. Er redet reflektiert und eloquent, sein Kleidungsstil ist gepflegt. Nichts an seinem Erscheinungsbild erinnert an das Klischeebild, das in den meisten Köpfen entsteht, wenn man an Wettsüchtige denkt.

Doch Sportwetten sind, besonders seit es Online-Wettanbieter gibt, weit verbreitet. 2018 wurden alleine in Deutschland 8,8 Milliarden Euro gewettet, doppelt so viel wie fünf Jahre zuvor. Egal ob Fußball, Tennis, Curling, Schach, ob Champions League oder Jugendfußball in Myanmar: Fast immer, wenn irgendwo auf der Welt organisiert Sport getrieben wird, kann man im Internet darauf wetten.

Nicht auf irgendwelchen zwielichtigen Plattformen, sondern bei großen, bekannten Anbietern: Tipico, Bwin, betway. Von den 18 deutschen Fußball-Erstligisten hat nur ein einziger Verein keinen Wettanbieter als Premiumsponsor. Berühmte Persönlichkeiten wie Oliver Kahn sind die Gesichter der Anbieter. Und die sind überall. Egal ob im Fernsehen, in Online-Artikeln oder im Stadion: Fans können Fußball nicht mehr konsumieren, ohne ständig mit Werbung für Sportwetten konfrontiert zu werden.

Fast eine halbe Million Deutsche haben ein problematisches Verhältnis zum Glücksspiel

Für Felix begann sein Weg in die Sucht, als er 18 war. Bayern-Fan, ein fußballbegeisterter Freundeskreis, „und die Werbung fürs Wetten ist ja überall“, sagt Felix. „Ich denke, dass auch der FC Bayern so stark für Tipico wirbt, hatte einen großen Anteil daran, dass ich dachte: Das ist völlig normal, völlig ungefährlich.“

Felix’ Werdegang vom Hobby-Wetter zum Wettsüchtigen ist fast schon eine Blaupause für den Suchtverlauf vieler junger Erwachsener. „Glücksspielsucht kann eigentlich jeden treffen“, sagt Hilke Dirks vom Suchthilfeverband Blaues Kreuz in München, einer Einrichtung die seit einem Jahr Felix’ Therapeutin ist. „Aber gerade bei den Sportwetten kann man sagen, dass es eine Risikogruppe gibt: zwischen 18 und 25 Jahren, sportaffin, meist männlich“, sagt Dirks. Fast die Hälfte aller Deutschen gibt jeden Monat Geld für Glücksspiel aus. Fast eine halbe Million Menschen in Deutschland tut dies problematisch oft, eine pathologische Spielsucht haben offiziell rund 215 000 von ihnen, die Dunkelziffer dürfte deutlich darüber liegen. „Meistens bewegen sich die Spieler in einem Umfeld, wie dem Freundeskreis oder dem Fußballverein, in dem Wetten vollkommen akzeptiert sind, in dem sie sich untereinander sogar gegenseitig bestärken“, sagt Dirks.

„Manchmal habe ich mich schon umgeschaut und gefragt: Junge, was machst du hier eigentlich?“

So war es auch bei Felix. „Es war wie ein Ritual: Morgens mit den Freunden zum Frühstücken treffen. Spiele und Quoten besprechen. Dann wetten.“ Anfangs ging es Felix darum, auf seine Lieblingsmannschaft zu wetten und beim Fußballschauen noch ein bisschen Geld zu gewinnen, wie er sagt. Ein Nebenverdienst, mit dem er sich trotz seines Studentengehalts seinen Lebensstandard heben wollte: „Reisen, ein teurer Lifestyle und nebenbei Geld beiseitelegen – als Student war das für mich eigentlich nicht möglich. Meine große Hoffnung waren die Sportwetten. Ich habe ab und zu auch mal richtig viel Geld gewonnen. Das Fatale ist, dass sich dieses Erfolgserlebnis dann so ins Gehirn einbrennt, dass man alles andere, die vielen Verluste, vergisst“, sagt Felix. Bald wettete er nicht nur auf Bayern-Spiele, sondern auf die ganze Bundesliga, die englische Premier League, Ligen, in denen er sich auszukennen glaubte.

Irgendwann wettete er auf die Rumänische Liga, ohne jemals auch nur ein Spiel davon gesehen zu haben, ging regelmäßig in Casinos und in Spielhallen. „Manchmal habe ich mich schon umgeschaut und gefragt: ‚Junge, was machst du hier eigentlich? Hier gehörst du doch nicht hin! Hier sind so viele Leute, denen die Sucht ihr Leben komplett ruiniert hat.‘“ Dass der Blick auf die Menschen um ihn herum auch ein Blick in seine Zukunft sein könnte, wurde Felix immer bewusster. Er löschte seine Online-Wett-Accounts, sperrte Kreditkarten, ging nur noch in Wettbüros. „Aber es hat alles nichts geholfen“, sagt Felix. Denn ganz aufhören zu wetten konnte er nicht. Zu groß war die Sehnsucht nach dem großen Gewinn. Zu stark das Vertrauen in das eigene Fußball-Fachwissen. Er redete sich ein, dass er nur noch nicht die richtige Wettstrategie gefunden hatte.

„Die meisten Wettsüchtigen warten bis zu ihrem absoluten sozialen und finanziellen Tiefpunkt.“

Besonders gefährlich an Sportwetten ist, dass die Wettenden denken, sie hätten durch ihr sportliches Fachwissen einen Vorteil – gegenüber den anderen Wettenden und den Wettbüros. Ein Vorteil, den es so nicht gibt, wie Forscher*innen der Tel Aviv University herausgefunden haben. Egal, ob erfahrener Wetter*in, fußballbegeistert oder absoluter Laie: Zwischen den Probandengruppen gab es keinen Unterschied, wie oft sie richtig tippten.

    Auch bisher psychisch gesunden Menschen kann sie nämlich auf die Psyche schlagen. Interview von Simone Grössing

Da es eine sogenannte Hidden Addiction ist, es also kaum äußerliche Anzeichen für die Sucht gibt, werden Angehörige erst spät auf das Problem aufmerksam. Die Betroffenen holen sich auch deshalb meist erst Hilfe, wenn sie am Abgrund stehen. „Da vergehen oft mehrere Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte“, sagt Dirks. „Die meisten Wettsüchtigen warten bis zu ihrem absoluten sozialen und finanziellen Tiefpunkt. Beim Alkohol erleben wir häufiger, dass Menschen mit problematischem Konsum zu uns kommen, wenn es vielleicht gerade kippt. Das passiert beim Glücksspiel leider selten.

Wir würden uns wünschen, dass Betroffene früher Beratung in Anspruch nehmen.“

„Ich habe mir Geld von meiner Großmutter geliehen. Immer wieder“

Felix erreichte seinen Tiefpunkt, als er fünf Jahre nach der ersten Wette 6000 Euro Schulden hatte. Und auch sein soziales Leben litt unter seiner Wettsucht. „Ich saß bei den Eltern meiner damaligen Freundin beim Mittagessen und wurde immer nervöser, schaute dauernd auf die Uhr: Noch eine halbe Stunde, bis das Spiel losgeht. Wie schaffe ich es, noch irgendwie eine Wette zu platzieren? Nur noch 20 Minuten, nur noch zehn. Ich konnte mich auf nichts anderes konzentrieren“, sagt Felix.

Das Geld für seine Sucht kam teilweise von überzogenen Kreditkarten, teilweise von Verwandten. „Ich habe mir Geld von meiner Großmutter geliehen. Immer wieder“, sagt Felix. Dadurch, dass er sich Geld von Verwandten leihen musste, wurde das Problem verhältnismäßig schnell offensichtlich. Die Schulden bei seiner Großmutter und seiner Mutter waren der Grund dafür, dass er sich Hilfe suchte. Seine Mutter überzeugte ihn, nach Therapiemöglichkeiten zu suchen, und er fand das Blaue Haus in München, das jährlich 200 Glücksspielsüchtige betreut. „Als ich dann das erste Mal hier in das Büro gekommen bin, war alles plötzlich viel realer. Es wie eine Erkenntnis: Ich habe wirklich ein großes Problem. Ich habe gecheckt: Junge, wenn du so weitermachst, wirst du dein Studium nicht schaffen und so wirst du auch finanziell nie wieder auf die Beine kommen“, erzählt der 25-Jährige.

Momentan läuft Felix’ zweiter Versuch, die Sucht loszuwerden

Seit knapp einem Jahr geht er nun einmal pro Woche zur Gruppentherapie, hat zusätzlich wöchentliche Einzelgespräche und ab und an Sondersitzungen. Felix hat nur seinen besten Freunden von seiner Sucht und der Behandlung erzählt.

Zu groß ist die Angst vor sozialer Ächtung. „Das Thema Wettsucht wird noch immer belächelt. Viele denken, dass man einfach damit aufhören und die Sucht selbst in den Griff bekommen kann. Aber das ist definitiv nicht so“, sagt Felix. Einige seiner Freunde seien auch definitiv glückspielsüchtig, erzählt der Student. Doch in Behandlung sei kein einziger von ihnen. Zum einen nähmen sie die Sucht auf die leichte Schulter. Zum anderen, das weitaus größere Problem, gibt es fast nur in Großstädten umfassende Therapiemöglichkeiten für Glücksspielsucht.

Momentan läuft Felix’ zweiter Versuch, die Sucht loszuwerden. Beim ersten Mal erlitt er während der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 einen Rückfall. Nun wettet er seit fast einem Jahr nicht mehr. Dirks bewertet seinen Behandlungsverlauf als sehr vielsprechend. Doch sicher sein, kann man sich nie: „Das schwierige bei der Therapie für Wettsucht ist: Es ist nicht so klar abzugrenzen, was man darf, was nicht. Darf ich mit meinem Kind Monopoly spielen? Ist ein WM-Tippspiel im Büro okay? Eine Wette unter Freunden? Wir raten von all dem ab. Am Anfang der Therapie empfehlen wir sogar, überhaupt keinen Fußball mehr zu schauen“, sagt Dirks.

“Dieses Glücksgefühl, wenn ein Wettschein aufgegangen ist, werde ich auf jeden Fall vermissen“

Auch Felix sieht sich auf einem guten Weg. Insgesamt hat er in den sechs Jahren, in denen er gewettet hat, 35 000 Euro verloren. Die Schulden bei den Banken hat er mittlerweile abbezahlt. Privat könnte das noch eine Weile dauern. Bald hat Felix seine letzte Therapiestunde. Danach wird er auf sich alleine gestellt sein. Mittlerweile schaut er wieder regelmäßig Fußballspiele, doch nur in einem Umfeld, in dem er sich sicher fühlt, das weiß, dass er ein ernsthaftes Problem hat. Doch ob er es schaffen wird, nie wieder einen Rückfall zu erleiden? Die Rückfallquote ist ähnlich hoch wie bei der Alkoholsucht.

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Spiegel Sport - 01.05.2020 von Thilo Neumann

Profisport scheitert mit Forderung nach
Beitragserlass -
Sterben auf Zeit

Im Volleyball droht der Herren-Bundesliga das Aus, auch in anderen Sportarten sind Vereine gefährdet. In der Krise vermissen die Funktionäre vom Staat vor allem eines: Solidarität.

Drei von zwölf haben sich bereits verabschiedet: Der VC Eltmann. Der TV Rottenburg. Dazu die AlpenVolleys Haching. Aktuell zählt die Volleyball-Bundesliga (VBL) der Männer somit nur noch neun Vereine. Der Exodus könnte weitergehen. Mehr noch: Derzeit steht auf dem Spiel, ob eine olympische Kernsportart in Deutschland überhaupt eine Zukunft hat.

VBL-Präsident Michael Evers, 61, versucht fieberhaft, in der Coronakrise den Untergang zu verhindern. Die Liga hat diese Woche ein Maßnahmenpaket erlassen, um Kosten zu drosseln: Weniger Abgaben der Klubs an die Liga, Verschiebung des Lizenzierungsverfahrens in den Spätsommer, Schiedsrichter verzichten auf einen Teil ihres Honorars. "Es geht um das Überleben der Vereine", sagt Evers.

Da helfe eines wenig: Mehrkosten. Gerade die entstehen den Vereinen aber durch Beitragsbescheide von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG), der für Sportvereine zuständigen gesetzlichen Unfallversicherung. Der Beitrag fällt viel höher aus als in den Vorjahren, die VBG begründet dies unter anderem mit gestiegenen Kosten im Gesundheitswesen.

"Schlag ins Gesicht des gesamten Sports"

Die Anhebung war allen Vereinen angekündigt worden, in einem Schreiben prognostizierte die VBG ihnen "eine prozentuale Beitragssteigerung von 10 bis 15 Prozent". Die Genossenschaft empfahl, "rechtzeitig entsprechende Rückstellungen" zu bilden. Dennoch ist der Unmut im Profisport nun groß. "Das passt doch nicht zusammen", sagt Funktionär Evers, "eine Beitragserhöhung in Zeiten ausbleibender Einnahmen." Der Schatzmeister des Deutschen Fußball-Bundes, Stephan Osnabrügge, spricht von einem "Schlag ins Gesicht des gesamten Sports".

Anfang April trafen die Bescheide bei den Vereinen ein. VBL-Präsident Evers leitet auch den Damen-Bundesligisten Schweriner SC, muss dort zusätzlich rund 80.000 Euro für die VBG aufbringen. Viel Geld für einen Volleyballverein, und doppelt ärgerlich. Denn: Der Betrag fiel auch deswegen so hoch aus, weil der Verein vor der Coronakrise die Personalkosten gesteigert hatte, an denen sich die Genossenschaftsbeiträge bemessen. Nun die Rechnung, Zahlungsfrist: 15. Mai. Zwar bot die VBG eine teilweise Stundung an. Evers hält aber wenig von diesem Vorschlag: "Das ist nur ein Sterben auf Zeit." Schließlich sei unklar, wann der Spielbetrieb wieder starten könne und die Vereine mit Zuschauer- und Sponsorengeldern rechnen könnten.

Auch aus den Führungsetagen anderer Ligen heißt es, dass ohne Hilfen der Politik mehreren Vereinen das Aus drohe. Am 9. April wandten sich daher Vertreter von Handball, Basketball, Eishockey und Fußball in einem gemeinsamen Brief an den zuständigen Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Darin forderten sie eine "zinslose, ratenfreie Stundung der Beiträge" bis mindestens zum 15. Dezember 2021. Darüber hinaus sei "zumindest ein teilweiser Erlass der Forderungen unbedingt geboten".

Ein Erlass ist nicht in Sicht

Auf Anfrage teilt das Arbeitsministerium mit, dass man ebenso wie die VBG "die berechtigten Sorgen" der Sportvereine nachvollziehen könne. Die VBG biete daher nun an, in Einzelfällen Sonderlösungen zu treffen. "Sofern die Situation für den jeweiligen Verein existenzgefährdend ist, werde dies berücksichtigt", heißt es aus dem Ministerium. Ein Beitragserlass sei aber nicht geplant.

Ob das den Vereinen hilft? VBL-Präsident Evers glaubt: nein. "Eine Stundung bringt die gleichen Probleme mit sich wie ein Kredit", sagt er, "wo soll das Geld für die Rückzahlung in den nächsten Monaten herkommen?"

Daher brauche es mehr Hilfsmaßnahmen. "Wir fühlen uns momentan von der Politik im Regen stehen gelassen", sagt Stefan Niemeyer, Vorstand beim Basketball-Bundesligisten Rasta Vechta.

In der Politik sorgen solche Aussagen für Unverständnis. Schließlich sei es der Sport, der unsolidarisch agiere, heißt es hinter vorgehaltener Hand. "Wie sähe das für andere Branchen aus, wenn wir einzig dem Sport seine Beiträge erlassen?", sagt ein Mitglied des Sportausschusses im Bundestag.

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Spiegel Sport - 01.05.2020 von Jörn Meyn und Gerhard Pfeil

DFL-Chef Seifert

Der umstrittene Erlöser des Fußballs

Der mächtigste Mann der Bundesliga soll Vereine vor dem Untergang retten. Kritiker halten Christian Seifert für die Verkörperung eines überhitzten Profisports.

Am vergangenen Dienstag erreicht Christian Seifert, den Krisenmanager des Fußballs, eine schlechte Nachricht. Das Robert Koch-Institut hatte eine Schätzung veröffentlicht, wonach sich in Deutschland wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus anstecken.

Der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) sitzt in seinem Frankfurter Büro, er starrt an die Wand. Dort hängt sein Sechs-Punkte-Plan zur Rettung der Bundesliga. Der 50-Jährige erzählt, wie er ihn in der Nacht des 13. März entworfen hat. An diesem Tag wurde der Spielbetrieb unterbrochen. Ihm war klar geworden, dass der Fußball ein massives Problem bekommen würde.

Seifert hat aufgeschrieben, welche Schritte es brauche, damit die Klubs die Krise einigermaßen überstehen. Und nun hält er sich strikt an seinen Fahrplan. Das Ziel ist, die Meisterschaft mit Spielen in leeren Stadien zu Ende zu bringen.

Die DFL hat deshalb ein umfangreiches Hygienekonzept vorgelegt, um das Infektionsrisiko bei den sogenannten Geisterspielen möglichst kleinzuhalten. Das Bundesarbeitsministerium hat das Papier geprüft und Mängel angemerkt.

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WELT.de - Quelle: WELT/David Schafbuch © WELT/David Schafbuch

Das haben Bund und Länder beschlossen –
alle neuen Öffnungspläne im Überblick

Sie stehen erneut vor schweren Entscheidungen: Angela Merkel und die 16 deutschen Ministerpräsidenten tagen, um den weiteren Weg durch die Corona-Krise zu beschließen. Bereits im Vorfeld gibt es einige Andeutungen, was entschieden werden könnte. Sie stehen erneut vor schweren Entscheidungen: Angela Merkel und die 16 deutschen Ministerpräsidenten tagen, um den weiteren Weg durch die Corona-Krise zu beschließen. Bereits im Vorfeld gibt es einige Andeutungen, was entschieden werden könnte.

Bund und Länder haben sich auf mehrere vorsichtige Lockerungsschritte der bundesweit geltenden Schutzmaßnahmen geeinigt. Schon seit dem vorherigen Treffen Mitte April ist bekannt, dass Friseure ab dem 4. Mai unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Generell sollen die Kontaktbeschränkungen aber vorerst in Kraft bleiben. Die Bürger sollen in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten und sich dort nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes aufhalten.

Bund und Länder einigten sich, unter bestimmten Abstands- und Hygieneregeln wieder Gottesdienstbesuche zu erlauben. Auch Spielplätze, Museen, Botanische und Zoologische Gärten können unter Auflagen wieder geöffnet werden. Es gibt aber keinen bundesweit einheitlichen Zeitpunkt für eine Öffnung.

Zudem verständigten sich Bund und Länder darauf, nicht mehr so viele Intensivbetten und Kapazitäten für Corona-Patienten freizuhalten. Die Infektionsentwicklung und eine präzise Übersicht per Register ließen es zu, einen „etwas größeren Teil“ der Kapazitäten wieder für planbare Operationen zu nutzen.

Während die Beratungen noch andauern, wurde zudem bekannt, dass Nordrhein-Westfalen bei der Öffnung der Schulen einen weitgehenden Schritt macht: Alle Grundschüler in dem Bundesland sollen ab dem 11. Mai wieder tageweise in die Schule gehen. Das kündigte das Landesschulministerium am Donnerstag in einer Mail an die Schulen an.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Pläne des Schulministeriums kurz darauf relativiert. Eine entsprechende Mail an die Schulen werde „korrigiert“, sagte Laschet am Donnerstag in Düsseldorf. Am 6. Mai werde alles weitere mit Bund und Ländern besprochen.

Die größere Diskussion über weitere Öffnungsschritte werde bei der nächsten Beratung am 6. Mai erfolgen. Bis dahin wurden unter anderem Entscheidungen über die Öffnung von Schulen und Kitas sowieso die Fortsetzung der Fußball-Bundesliga vertagt. Dann werde ein „größeres Paket verabschiedet“, so Merkel.

An dem bereits beschlossenen Verbot von Großveranstaltungen wie Volksfeste, größeren Sportveranstaltungen mit Zuschauern, Konzerte sowie Straßen-, Wein- und Schützenfeste will der Bund grundsätzlich festhalten. Wegen der Unsicherheiten beim Infektionsgeschehen sei davon auszugehen, dass dies auch mindestens bis zum 31. August so bleiben werde.

Mecklenburg-Vorpommern hebt die Flächenbeschränkung für Warenhäuser, Technikmärkte und andere große Geschäfte. Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mitteilte, dürfen von Samstag an alle Geschäfte im Land wieder ihre gesamte Verkaufsfläche nutzen.

Auch in Baden-Württemberg werden Geschäfte auch über 800 Quadratmeter wieder öffnen können. Die bisherige Regelung werde aufgehoben, sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Die Geschäfte müssten aber Schutzkonzepte haben. Die Entscheidung sei auch wegen eines Gerichtsurteils gefallen, das die Vorgabe als rechtswidrig eingestuft hatte. Zudem wolle das Land Ausgangseinschränkungen für Bewohner von Pflegeheimen lockern, sagt der Grünen-Politiker.

In Thüringen sollen ab Montag alle Geschäfte sowie Fahrschulen, Kosmetik-, Nagel- und Fußpflegesalons wieder öffnen dürfen. Darauf hat sich das Kabinett am Donnerstag verständigt, wie die Thüringer Staatskanzlei in Erfurt mitteilte. Demnach müssen die Läden nicht mehr wie bisher ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter beschränken.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung

29.04.2020 Quelle: dpa

Konzepte der Verbände:

Wie Vereinssport in Corona-Zeiten möglich wäre

Die Sportminister fordern Lockerungen für den organisierten Sport. Die Fachverbände haben sich derweil vorbereitet. Für nahezu jede Sportart gibt es auf Corona angepasste Konzepte – teils auch kurios anmutende. Ein Überblick.

Deutscher Rugbyverband: Rugby ist eine Kollisionssportart, die vom Kontakt- und Zweikampfverhalten lebt. Dies erschwert die Planung der Rückkehr in den Spielbetrieb. Auch kontaktarme Varianten wie Touch- oder Flag-Rugby werden nicht empfohlen. Individuelle Workouts hat der DRV auf dem Youtube-Kanal „RugbyDeutschland“ bereitstellt. Dieses Remote-Training soll die Mitglieder „bei Laune halten“.

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Stern.de - 24.04.20 mik / AFP / DPA

Bundesliga pausiert weiter – DFL-Chef Seibert: Selbst ein Datum festzulegen "wäre anmaßend"

Fußball in Zeiten von Corona

Bundesliga pausiert weiter – DFL-Chef Seibert: Selbst ein Datum festzulegen "wäre anmaßend"

Der Corona-Zwangspause im Fußball dauert an. Wann es weitergeht, muss die Politik entscheiden. Die DFL hat die Voraussetzungen dafür geschaffen.

Der Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga bleibt bis auf weiteres ausgesetzt. Die 36 Profi-Clubs seien aber "bereit", sobald die Politik den Termin für den Neustart festlege, sagte Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußball Liga, am Donnerstag nach der Mitgliederversammlung.

Selbst ein Datum festzulegen, "wäre anmaßend, gehört sich auch nicht und liegt nicht an uns". Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel konferieren am 30. April - dann könnte eine Entscheidung fallen. 

Fußball und Corona

Wer für den Bundesliga-Neustart gekämpft hat – und wer davon besonders profitiert

Seifert: Rückkehr Anfang Mai "nicht realistisch"

"Wir haben es nicht in der Hand, ob wir überhaupt spielen. Und wenn ja, wann", sagte Seifert. "Wir haben nur in der Hand, die Rahmenbedingungen zu schaffen. Wir haben mehrere Spielplanoptionen."

Das erste Mai-Wochenende sei "nicht realistisch". Sollte die Politik beschließen, dass es am 9. Mai weitergehen könnte, "dann werden wir am 9. Mai bereit sein".

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Stern.de - 24.04.20 Quellen: "L'equipe" / "Le Parisien" Par Harold Marchetti

23-jähriger Kicker

Französischer Profi-Fußballer nach Corona-Infektion in künstlichem Koma

Erst fiel sein Corona-Test negativ aus, dann stellten die Ärzte doch eine Infektion fest. Der 23-jährige französische Fußballprofi Junior Sambia liegt im Krankenhaus auf der Intensivstation.

Fußballprofi Junior Sambia vom französischen Erstligisten HSC Montpellier liegt nach einer Corona-Infektion im künstlichen Koma. Das berichten mehrere französische Medien übereinstimmend. Demnach wurde der 23-Jährige am Dienstag nach Magen- und Atemproblemen in ein Krankenhaus eingeliefert. Der erste Test auf das neuartige Coronavirus fiel den Berichten zufolge jedoch negativ aus. Ein zweiter Test am Freitag sei dann positiv ausgefallen.

Zunächst hatte die"L'Équipe" darüber berichtet, HSC Montpellier bestätigte später in einer offiziellen Mitteilung, dass ein Spieler des Vereins im Krankenhaus behandelt werde. Den Namen des Kickers nannte der Verein dabei allerdings nicht.

Laut der französischen Medien musste Sambia auf die Intensivstation verlegt werden. Dort sei er intubiert und in ein künstliches Koma versetzt worden.

Junior Sambia: Beim Einkaufen angesteckt?

"Le Parisien"zitiert den Berater des jungen Profis: "Sein Zustand ist stabil. Er hat sich weder verschlechtert noch verbessert." Die Situation sei "wirklich hart". Sambia habe sich "vermutlich beim Einkaufen infiziert". Andy Delort, ebenfalls Profi beim HSC Montpellier, twitterte ein Mannschaftsfoto und schrieb dazu: "Eine Familie. Ein Paladine (Spitzname der Spieler seines Vereins, Anm. der Red.) ist unerbittlich. Wir stehen zusammen. Dir viel Kraft, mein Junge." 

Sambia ist der erste Profi aus der Ligue 1, der sich mit Corona infiziert hat. Bereits im März war der Südkoreaner Hyun-Jun Suk positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der spielt aber für den französischen Zweitligisten ES Troyes.

Der französische Fußballverband strebt für die erste und zweite Liga eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes für Mitte Juni an. Dafür müssen jedoch zunächst die landesweit geltenden Ausgangsbeschränkungen gelockert werden. Diese gelten noch mindestens bis zum 11. Mai. Mit mehr als 22.000 Corona-Toten gehört Frankreich zu den an den schlimmsten getroffenen Ländern der Welt.

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ntv.de - 22.04.20 lwe/rts

Wirtschaft:

Kritik an verfügbaren Tests Roche-Chef:
Kein Impfstoff vor Ende 2021

Ein Impfstoff könnte der ersehnte Ausweg aus der Corona-Krise sein. Einige Experten hoffen, noch dieses Jahr ein geeignetes Mittel zu finden. Der Chef des Schweizer Pharmakonzerns Roche hält das für sehr unwahrscheinlich. Tests zu früh auf den Markt zu bringen, hält er für "ethisch sehr fragwürdig".

Roche-Chef Severin Schwan hat die Hoffnungen auf eine baldige Verfügbarkeit eines Coronavirus-Impfstoffs gedämpft. Er persönlich halte den Zeithorizont von zwölf bis 18 Monaten angesichts der zu bewältigenden Herausforderungen für ehrgeizig. Üblicherweise dauere die Entwicklung eines Impfstoffs Jahre. Das wahrscheinlichste Szenario sei leider, dass vor Ende 2021 kein Impfstoff verfügbar sei, erklärte Schwan.

Schweizer Pharmakonzern Roche Antikörper-Test soll schon im Mai kommen

Der Roche-Chef übte heftige Kritik an den bislang auf den Markt gebrachten Tests zum Nachweis der Immunität gegen das Virus. Es gebe Tausende Coronaviren und die Schwierigkeit sei, den richtigen zu erkennen. Das erfordere umfangreiche Testreihen und Validierungen. "Es ist ethisch sehr fragwürdig, mit diesem Zeug auf den Markt zu gehen", sagte Schwan.

Roche selbst will bis Anfang Mai einen Coronavirus-Antikörpertest auf den Markt bringen und ab Juni monatlich eine hohe zweistellige Millionenzahl bereitstellen. Solche Tests gelten als ein Schlüsselfaktor, um die einschneidenden Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie zurückfahren zu können. Der Weltmarktführer bei Krebsmedikamenten ist auch der weltgrößte Anbieter von Geräten und Materialien zu diagnostischen Tests.

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focus.de – 21.04.20 dpa

Niederländischer Premier:

Kein Profifußball mehr bis September

In den Niederlanden wird es bis zum 1. September keine Spiele im Profifußball mehr geben. Damit ist die Spielzeit für beide Ligen vorzeitig beendet. Das kündigte Premier Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag an. Alle genehmigungspflichtigen Veranstaltungen seien bis zum 1. September verboten, das gelte auch für Fußballspiele ohne Publikum.

Zunächst galt das Verbot bis zum 1. Juni. Der niederländische Fußballverband KNVB wollte ursprünglich danach die restlichen Spielrunden ohne Publikum austragen. In der "Eredivisie" müssten eigentlich noch acht Runden gespielt werden. Spitzenclubs wie Ajax Amsterdam, PSV Eindhoven oder AZ Alkmaar hatten aber dafür plädiert, die Saison vorher zu beenden. Nach dem heutigen Stand führt Ajax Amsterdam die Tabelle an, gefolgt vor dem punktgleichen AZ Alkmaar.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung

21.04.2020 Von Jörg Daniels

Große Probleme im Sport:

„Brutalst“-Angriff auf das Rugby-Fundament

Deutschlandweit liegt der gesamte Sport derzeit still. Das bekommen einzelnen Sportarten durchaus unterschiedlich zu spüren. Der Vizepräsident des SC 80 Frankfurt zeichnet nun ein düsteres Szenario.

n normalen Zeiten steckt im Rugbysport beim SC 1880 Frankfurt jede Menge Kraft und Leben – und das über alle Altersklassen hinweg. Rund 450 energiegeladene Kinder und Jugendliche frönen auf der Anlage an der Feldgerichtstraße nach Kräften dem Kampf um das Ei. Keiner ist in Deutschland in der Vollkontakt-Sportart erfolgreicher als die Frankfurter, denn in der Vorsaison holten alle Nachwuchsmannschaften der Achtziger jeweils den deutschen Meistertitel. Die eigene Bundesliga-Mannschaft war ihnen als deutscher Meister das beste Vorbild. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie steht jetzt auch beim SC 1880 alles auf null.

Die Sportstätte ist für jeglichen Trainingsbetrieb gesperrt. „Wir haben einen totalen, massiven Stillstand“, sagt Uli Byszio, der Vizepräsident und Mäzen des Rugbysports im Verein. „Unser Fundament wird brutalst angegriffen.“ Mit einem Wort: Die Lage sei „katastrophal“, sagt er. Der ehemalige Nationalspieler fürchtet sogar um „den Fortbestand des Rugbys in Deutschland in der jetzigen Form. Ich sage nicht, dass es so kommt. Es ist aber eine Sache, die man bedenken muss.“

Nichts geht mehr: Die Nachwuchs-Wettbewerbe sind nach Angaben von Byszio für diese Runde „alle abgesagt“ worden. Auch der Spielbetrieb in der Bundesliga sei „quasi abgesagt“, wie er es formuliert. Offiziell heißt es, dass die Vereine am 9. Mai in einer außerordentlichen Sitzung des Bundesliga-Ausschusses über das weitere Vorgehen entscheiden werden. Ihren Meistertitel werden die Frankfurter, die die Süd/West-Gruppe der ersten Liga wieder angeführt hatten, mit großer Wahrscheinlichkeit nicht verteidigen können. Mit Jake Wetere, Joe Taylor und Nate Peteru (alle Neuseeland) haben schon drei Spieler, die als Vereinstrainer von Nachwuchsteams angestellt waren, die Hessen verlassen. Den Vertragsauflösungen stimmte der Klub aus finanziellen Gründen „dankend“ (Byszio) zu.

Für die noch verbliebenen mehr als zehn Trainer und Spieler, von denen weitere den Absprung vollziehen könnten, beantragten die Frankfurter Kurzarbeitergeld. Am meisten leidet im Augenblick die körperliche Verfassung der Spieler. „Wir haben keine Profisportler, die jeden Tag ihren Marktwert erhalten. Es wird jetzt lange nicht so hart individuell weitertrainiert, wie es sein müsste“, sagt Byszio. Mit jedem Tag sinke das Fitnesslevel, das aufzuholen werde lange dauern, kündigt Mark Sztyndera an.

Der Frankfurter Bundesliga-Spieler schätzt, dass es, „um Verletzungen auszuschließen, eine Vorlaufzeit von mindestens dreieinhalb Monaten“ brauchen werde, bevor wieder Punktspiele ausgetragen werden könnten. Alle Spieler kämen „total unfit aus der Pause wieder“, pflichtet ihm Byszio bei. „Rugby ist aber eine harte Kontaktsportart. Jeder Kontakt tut dann in den ersten Trainingseinheiten brutal und furchtbar weh, weil in der Auszeit ohne die Übungseinheiten die Technik gelitten hat.“ Schon heute geht er davon aus, dass das Niveau in der kommenden Bundesliga-Saison und in allen Altersklassen „brutal sinken“ werde, weil den Spielern die „Game-Fitness“ fehlt. „Das funktioniert halt nicht, wenn du rostig auf den Platz kommst.“ Die nötige Fitness müssten sich alle „erst wieder erarbeiten“, sagt Byszio. Was ihm und seinen Mitstreitern außerdem Sorgen bereitet: Je länger die Zwangspause vom Rugby dauern wird, desto mehr Kinder und Jugendliche könnten die Geduld verlieren und in andere Sportarten wechseln. Oder die Eltern würden irgendwann anfangen, „keine Vereinsbeiträge mehr zu bezahlen“, sagt Byszio. Das wiederum würde bedeuten, dass die Klubs im Gegenzug „keine Beiträge mehr an den Deutschen Rugby-Verband zahlen könnten, dessen finanzielle Lage ohnehin sehr angespannt ist“.

Byszio, der auch Präsident der Deutschen Rugby-Jugend ist, schätzt, dass der Verband einen „großen Schuldenberg von mehreren hunderttausend Euro vor sich herschiebt“. Die Corona-Krise und deren Folgen seien deshalb gerade auch für den Deutschen Rugby-Verband ein „herber Rückschlag. Es ist jegliche Dynamik raus.“ Im schlimmsten Fall könnte der Rugbysport in Deutschland „ganz von der Bildfläche verschwinden. Das glaube ich zwar nicht. Aber viele Sportvereine leben von Sponsoren und Spenden, weil es bei uns keine Fernsehgelder gibt“, sagt Byszio.

Wenn mittelständische Betriebe und Privatpersonen stark unter der Corona-Krise litten, könnte in Zukunft wichtige finanzielle Unterstützung für die Klubs ausbleiben. In ihrer sportlichen Entwicklung hat die Pandemie die vielseitig aufgestellten Frankfurter auf jeden Fall stark ausgebremst.

Im deutschen Rugbysport waren sie zuletzt das Maß der Dinge. Noch aber weiß keiner, wann, in welcher Größe und auf welchem Niveau sie ihren „Neuanfang“ starten können. „Es ist einfacher, einen Kiosk zu eröffnen als ein Restaurant mit 500 Plätzen“, sagt Byszio.

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Schwarzwälder Bote - Von Jasmin Cools 20.04.2020

Rottweil

Robert Lehmann:

Flinker Flanker auf Erfolgskurs

Rottweil - Schnell, robust, ein Mann fürs Grobe, aber gleichzeitig Bindeglied zu den flinken Spielern – als Flanker hat sich Robert Lehmann in die Rugby-Nationalmannschaft gekämpft. Die ersten Schritte auf dem Feld machte er beim Rugby Club Rottweil.

"Hey, eigentlich hast du die beste Statur fürs Rugby" – dieser Satz seines Nebensitzers, der neu in Robert Lehmanns Klasse gekommen war, sollte dessen Leben verändern. Lehmann hatte bis dato Fußball beim SV Zimmern gespielt. Doch das begeisterte ihn nicht so sehr wie er es gehofft hatte. Und als er sich im Alter von 15 Jahren überzeugen ließ, zum Rugby-Training mitzugehen, wusste er, dass das sein Sport ist.

Fortan startete er für den Rugby Club Rottweil. Nach gerade einmal eineinhalb Jahren kam er in die Baden-Württemberg-Auswahl und nahm an internationalen Turnieren teil.

Der nächste logische Schritt war die Aufnahme in die U18-Nationalmannschaft, mit der er an der EM 2014 in Polen teilnahm. "Im ersten Spiel habe ich gerade einmal zehn Minuten gespielt. Da wusste ich: Du musst dich jetzt wirklich zusammenreißen und härter trainieren", erinnert sich der heute 23-Jährige. Im Jahr darauf startete er für die erste U19-Nationalmannschaft bei der EM in Portugal und avancierte zum Führungsspieler – sein erstes großes Erfolgserlebnis. "Da habe ich in allen Begegnungen durchgespielt."

Doch es sollte noch besser kommen. Nach dem Abitur erhielt er ein Stipendium an einer Rugby-Akademie in Pretoria. Dort in Südafrika lief er für die "Blue Bulls" auf. Als Lehmann gerade 19 Jahre alt geworden war, durfte er mit den deutschen Herren auf Länderspielreise nach Brasilien. "Ich habe zwar nur drei Minuten gespielt, aber das vor etwa 10000 Menschen. Das war verrückt."

Danach gab es erst einmal eine Länderspielpause. Der Trainer meinte, ihm fehle es als Zweitligaspieler noch an Leistung. Nach seinem Einsatz beim Europe Qualifier konzentrierte Robert Lehmann sich erst einmal nur noch auf den RC Rottweil. Ziel war es, den Aufstieg in die erste Liga zu schaffen, doch das Team scheiterte gegen den SC Neuenheim.

Danach flatterten Lehmann Angebote anderer Clubs ins Haus. Der 23-Jährige entschied sich für den Rivalen bei Heidelberg, der den Aufstieg vereitelt hatte. Krumm nehme ihm das in Rottweil keiner, sagt er. "Ich kannte in Neuenheim schon viele Leute. Es ist ein recht junges Team, ich habe mich sofort wohlgefühlt." Seit er dort ist, stand er immer in der Start-15. Zudem kann er inzwischen auf neun Länderspiele zurückblicken, von denen er fünf durchgespielt hat.

Als Spieler in der dritten Reihe gehört er zum Sturm, ist aber auch Bindeglied zwischen den "schweren Jungs" vorne und den flinken hinteren Spielern. Mit seinen 1,88 Meter und 100 Kilogramm ist Robert Lehmann eine Mischung aus beidem.

Das Körperliche war immer das, was ihm am Rugby gefallen hat. "Man kann sich richtig austoben." Er mag aber auch den Teamzusammenhalt, der beim Rugby besonders sei. "Im Fußball kann man auch mal im Alleingang ein Tor machen, im Rugby ist es unmöglich, an 15 Leuten vorbeizukommen, ohne getackelt zu werden. Da ist es wichtig, dass die Jungs da sind und den Ball sichern", erklärt der 23-Jährige.

Um sich vor Verletzungen zu schützen, ist Fitness das A und O. Außer einer lädierten Nase und diversen Bänderrissen in Knie, Knöchel und Ellbogen hatte der 23-Jährige noch keine ernsten Verletzungen. "Wenn ich nicht beim Training bin, findet man mich im Fitnessstudio, aktuell aber natürlich eher draußen beim Crossfit." Aufgrund der Corona-Krise sind die Bundesliga und die EM derzeit auf Eis gelegt. Fit bleiben muss der Student des Wirtschaftsingenieurwesens im fünften Semester trotzdem.

Unter der Woche pendelt er normalerweise zwischen seinem Studium in Furtwangen, seinem Wohnort Rottweil und Heidelberg, wo er mit seinem Team und der Nationalmannschaft trainiert. Sport macht er beinahe jeden Tag, Training ist drei Mal die Woche. Manchmal hat er morgens Uni und fährt danach gleich nach Heidelberg. Über das Wochenende bleibt er meist dort. Sportfrei ist lediglich der Sonntag.

Obwohl Rugby und Fitness sein Leben dominieren, will Lehmann damit nicht seinen Unterhalt bestreiten. "In Deutschland könnte man ohnehin nicht davon leben, aber auch im Ausland ist es zu wenig Geld dafür, dass man seinen Körper kaputt macht", erklärt er. Er behält Rugby lieber als das, was ihn überhaupt erst dazu gebracht hat, anzufangen: Leidenschaft.

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sky sports 17.04.20 By Marc Bazeley

Mike Ford: Von Bramley nach Berlin
in einer Karriere als Rugby-Trainer

Der Leicester Tigers-Angriffstrainer diskutiert den Einfluss von Trainer Darryl van der Velde auf seine Karriere und gibt seine Gedanken zu Sam Burgess im Podcast Golden Point Daily von Marc Bazeley wieder

Mike Ford nahm diese Woche am Podcast der Golden Point Daily teil, um auf eine Karriere zurückzublicken, die ihn von einem erstklassigen Rugby-Spieler zu einem angesehenen Trainer in der Rugby Union gemacht hat. Der 54-Jährige ist derzeit als Angriffstrainer bei Gallicher Premiership Leicester Tigers tätig, nachdem er sowohl an diesen Ufern als auch darüber hinaus Posten bekleidet hatte, unter anderem als Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft.

Ford sprach auch über seinen größten Trainereinfluss, der sich von einer peinlichen Niederlage im Challenge Cup und seiner Enttäuschung über Sam Burgess 'kurzen Aufenthalt in der Rugby Union erholte ...

Ein früher Einfluss Fords Karriere als Profispieler begann 1983 in Wigan, als sich der Verein als herausragende Kraft in der Rugby-Liga herausstellte. Er gewann den Challenge Cup mit den Warriors im Jahr 1985, bevor er zwei Jahre später zum Heimatverein Oldham wechselte. Aber es war in Castleford, zu dem er 1991 kam, wo die Scrum-Hälfte den Mann traf, der einen großen Einfluss auf ihn haben würde, sowohl als Spieler als auch wenn er schließlich seine Hand zum Coaching wenden würde. Das war kein anderer als der australische Cheftrainer des Vereins, Darryl van der Velde, der bis heute mit Ford in Kontakt bleibt und sogar Pate eines seiner Kinder ist. "Er hat mir so ziemlich beigebracht, das Spiel zu verstehen - wann man es beschleunigt, wann man tritt, wann man es verlangsamt und die Konsequenzen von Entscheidungen und die Risiken, die man eingeht, wenn man sie trifft", sagte Ford.

"Nicht nur das, die Art, wie er Rugby trainierte, hatte auch mit dem Leben außerhalb des Feldes zu tun - wie Sie sich vorbereitet haben, wie Sie sich morgens angezogen haben, wie Sie Ihr Auto geputzt haben." Ford gab zu, dass er anfangs durch einige von Van der Veldes Methoden verwirrt war, kam aber bald zu seiner Denkweise und nahm diese Philosophie für seine eigene Karriere auf. "Er hat dir immer eine Note von 10 gegeben, und ich dachte manchmal, ich hätte wirklich gut gespielt, wo ich einen Versuch gemacht oder selbst einen erzielt hatte, und er hat mich mit fünf oder sechs bewertet", sagte Ford sagte. "Dann habe ich ein anderes Mal nicht gedacht, dass ich etwas getan habe, nichts Besonderes, aber wir haben gewonnen, er hat mir neun von zehn gegeben. Ich konnte es nicht herausfinden und er sagte: 'Ihre Aufgabe ist es, das Team um das Team zu diktieren Feld, stellen Sie sicher, dass wir unsere Phasen und Muster durchlaufen - so sehe ich Sie.

"Ich habe es wahrscheinlich als besondere Momente angesehen, ob du gut gespielt hast oder nicht, aber es hat mich konsequenter gemacht." Erste Schritte beim Trainieren von Fords erster Coaching-Gelegenheit kamen 1999, als er zu Bramley wechselte, um die letzte Saison in der professionellen Rugby-Liga zu bestreiten. Die mehrjährigen Kämpfer hatten zwei Jahre zuvor Headingley mit Leeds Rhinos aus der Super League geteilt und spielten auch vor einer Handvoll Zuschauern. Aber trotz einer Niederlage gegen die Amateure Leigh Miners Rangers in der dritten Runde des Challenge Cups erreichten Fords Männer in der Northern Ford Premiership ein respektables Mittelfeld, und es ist eine Zeit, auf die er gerne zurückblickt.

"Bramley war wahrscheinlich das Beste, was mir passieren konnte", sagte Ford, der am Ende dieser Saison als Spielertrainer nach Oldham zurückkehrte. „Wir haben jede Woche in Headingley mit 200 Fans gespielt, aber ich hatte keinen Druck auf mich.“ Am Anfang haben wir uns nicht gut geschlagen - wir haben gegen Leigh Miners verloren. Wir waren zur Halbzeit 12: 6 und ich sagte dem Team: "Keine Sorge, sie sind Amateure und wir werden fitter sein als sie" - und wir haben 18: 12 verloren. "Aber in der zweiten Halbzeit in Bramley habe ich es geschafft und es war großartig, und ich habe meine Zeit dort geliebt." Diese Erfahrungen, das Beste aus Spielern und einer Mannschaft ohne alltägliche Interaktion herausholen zu müssen, würden Ford bei einer seiner jüngsten Ernennungen zugutekommen, nämlich als Cheftrainer der deutschen Rugby-Union-Nationalmannschaft im Jahr 2018.

Unterstützt von dem ehrgeizigen Milliardär für alkoholfreie Getränke, Hans-Peter Wild, schafften es die Deutschen in die Qualifikationsrunde für die Rugby-Weltmeisterschaft 2019, wo sie zwei von drei Spielen gewannen und gegen die spätere Qualifikation Kanada verloren. "Es war anders, denn obwohl er ein Milliardär war, waren sie alle Amateurspieler und man konnte aufgrund von Arbeitsverpflichtungen nicht jeden Tag trainieren", sagte Ford, der die Rolle übernahm, nachdem er den französischen Giganten Toulon verlassen hatte. "Das war eine Herausforderung, von Toulon zurück zu den Trainingseinheiten am Dienstag, Donnerstag und Freitag zu gehen, als Trainer die Kleidung zu zerschneiden und immer noch zu versuchen, das gleiche Ergebnis zu erzielen." Cross-Code-Herausforderungen Ford ist einer von mehreren ehemaligen Rugby-Spielern, die den erfolgreichen Übergang zum Coaching Rugby Union geschafft haben, zusammen mit Leuten wie Joe Lydon, Shaun Edwards und seinem ehemaligen Sportlehrer Phil Larder.

Weniger Spieler, die den 13-Mann-Code gegen den 15-Mann-Code ausgetauscht haben, haben sich jedoch angepasst, darunter Sam Burgess, der nach etwas mehr als 12 Monaten mit einem Dreijahresvertrag in die Liga zurückkehrte, nachdem er von einigen für die englische Rugby-Weltmeisterschaft 2015 zu Unrecht zum Sündenbock verurteilt worden war Gruppenphase verlassen. Ford war Burgess 'Trainer während seiner Zeit in Bath und glaubt, dass er eher als Blindside-Flanker als als Innenverteidiger eingesetzt werden sollte, in dem England ihn ausgewählt hat, nachdem er ihn als Zweitplatzierter im Somerset-Club ausgezeichnet hatte zu Saracens im Finale der Premiership 2015. Er ist auch ohne Zweifel der inzwischen pensionierte ehemalige Bradford Bulls und South Sydney Rabbitohs zweite Reihe hatten die Fähigkeiten, eine dominierende Kraft in der Gewerkschaft zu werden. "Ich wollte immer, dass er nach vorne spielt, denn das ist sein Spiel und das ist Sam", sagte der ehemalige englische Verteidigungstrainer Ford. "Nach vier oder fünf Wochen haben wir ihn um sechs als Flanker eingesetzt, und die letzten sechs Spiele des Jahres waren fantastisch.

"Wir haben in diesem Jahr im Finale der Premier League gespielt und er hat Billy Vunipola übertroffen - der als die beste Nummer 8 im Spiel anerkannt ist - und wurde für den englischen Kader der Weltmeisterschaft 2015 ausgewählt." Was mich enttäuscht hat, ist der Einfluss von Sam hätte diese drei Jahre Rugby spielen können, wenn er geblieben wäre. Ich denke wirklich, dass er auch einer der weltbesten Spieler in der Rugby Union sein könnte. "

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Kicker.de - 16.04.20 jam/dpa/sid

Nach England schaffen weitere Länder Fakten

Österreich und Frankreich brechen Amateurfußball-Saison 19/20 ab

Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) und der Französische Fußballverband (FFF) haben beschlossen, die Amateurfußball-Saison mit sofortiger Wirkung zu beenden.

In Österreich und Frankreich ist Schluss: Die Saison 19/20 wird im Amateurbereich nicht zu Ende gespielt.

In Österreich werden alle Wettbewerbe mit Ausnahme der 1. und 2. Bundesliga sowie des ÖFB-Pokalfinales aufgrund der Corona-Krise vorzeitig abgebrochen. Wie der Verband am Mittwochabend mitteilte, wird es daher in den unteren Ligen keine Auf- und Absteiger geben. Vom Abbruch betroffen ist auch die höchste österreichische Spielklasse der Frauen. Ob und wie genau der Spielbetrieb in den beiden obersten Herren-Ligen fortgeführt werden kann, will die Österreichische Fußball-Bundesliga am Donnerstag bei einer Club-Konferenz beraten. Über den Beginn der Bewerbe 2020/21 werde unter Berücksichtigung der behördlichen Vorgaben entschieden.

"Es war eine sehr schwere Entscheidung, alle Bewerbe im Landesverbands-Bereich abzubrechen, aber angesichts der derzeitigen Lage letztendlich eine alternativlose. Die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler und die weitere erfolgreiche Eindämmung des Virus haben oberste Priorität. Die Möglichkeit der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs in der obersten Spielklasse ist hingegen ein Lichtblick und ein erster wichtiger Schritt in Richtung Normalität, die sich die Fußball-Fans herbeisehnen", so ÖFB-Präsident Dr. Leo Windtner.

Der französische Fußballverband (FFF) zog am Donnerstagnachmittag nach und kündigte angesichts der Coronakrise ebenfalls die Einstellung aller Amateurmeisterschaften an. Die Entscheidung des Exekutivkomitees betrifft alle Jugendwettbewerbe sowie bei den Männer alle Ligen bis einschließlich der viertklassige National 2. Bei den Frauen schließt die Entscheidung alle Klassen bis zur zweiten Liga (D2) ein.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hatte am Montag die Ausgangssperre bis zum 11. Mai verlängert und Veranstaltungen bis Mitte Juli abgesagt.

Bereits Ende März hatte der englische Verband angekündigt, die Saison für alle Teams unterhalb der vierten Liga zu annullieren.

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Sportbuzzer:

Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
11.04.20 Stefan Dinse

Nach 13 Jahren: VfR 06 Döhren löst sich
vom SV Odin 

Der VfR 06 Döhren beendet die Rugby-Spielgemeinschaft mit dem SV Odin nach 13 Jahren. Durch die Abspaltung will Döhren mehr Identifikation in den Verein bringen. Beim SV Odin läuft bereits die Trainersuche. Wo beide Teams künftig spielen, ist hingegen noch offen.

13 Jahre haben sie recht fest zusammengestanden, nun gehen sie auseineinander. Der VfR06Döhren beendet zur nächsten Saison die Rugby-Spielgemeinschaft mit dem SV Odin. Mit Abstand halten in der Corona-Krise hat das jedoch nichts zu tun. Der Verein für Rasenspiele fühlt sich nun stark genug. „Wir hatten viele Erfolge mit den Odinern, dafür sind wir dankbar. Aber jetzt ist es an der Zeit, es wieder aus eigener Kraft anzugehen“, sagt VfR-Vorsitzender Stefan Dörner. Wie es mit dem abstiegsbedrohten Team des Erstligisten weitergeht, ist unklar. Es scheint aber ausgeschlossen, dass VfR 06 und Odin in der nächsten Saison gegeneinander antreten.

    „Wir hatten eine harmonische Zeit ohne Stress und Theater“

2007 war der VfR auf die Odiner zugegangen, zu der Zeit spielte der stämmige Dörner (54 Jahre) noch als Kapitän, Sturmchef und war obendrein Vorsitzender. „Damals waren wir diejenigen, die schwach waren. Unser Bundesligateam war im Schnitt 40 Jahre alt“, sagt Dörner. Die Waldheimer waren sich schnell einig mit Odin und dessen damaligem Präsidenten Horst Josch. „Wir hatten eine harmonische Zeit ohne Stress und Theater“, betont Dörner.

    „Die Trennung kommt zu früh"

Zweimal stieg die SG in den vergangenen vier Jahren in die 1. Liga Nord/Ost auf. Aktuell ist Odin/VfR zwar siegloser Tabellenletzter, eine rechnerische Chance auf den Klassenerhalt bleibt aber. Der Spielbetrieb ruht einstweilen wegen der Corona-Krise. „Ich finde, die Trennung kommt zu früh. Die Mannschaft steht trotz aller Niederlagen und schlechten Ergebnisse ganz eng zusammen“, sagt SG-Kapitän Julian de Riva, der Odins Abteilungsleiter ist. Nach der letzten knappen Pleite im wichtigen Spiel bei den Grizzlies in Berlin gab es dennoch eine Party im Bus.

Erstmals hatte die SG in dieser Spielzeit ein gemeinsames Trikot – vorher wurde bei den Heimauftritten jeweils gewechselt. Beim VfR trugen die Gastgeber rote Hemden, bei Odin blaue, eben in den Vereinsfarben. Viel deutete nicht auf eine Trennung hin. „Wir sind jedenfalls überrascht“, sagt de Riva.

Mehr Identifikation, mehr Engagement

In der Jugend waren beide Vereine schon meist für sich geblieben, nun soll das eben auch bei den Männern so sein. Diesen Entschluss fasste der VfR-Vorstand einstimmig. „Es ist ein mutiger Schritt, der uns alles andere als leicht fällt“, unterstreicht Dörner. Rund 100 Nachwuchsspieler hat der VfR, Teams aller Altersklassen sind besetzt. Wichtig für Dörner: „Wir schaffen durch das Auflösen der SG mehr Identifikation in unserem Verein und damit gibt es mehr Engagement.“ Der Nordire Daniel Kerr soll als hauptamtlicher Coach eine Mannschaft formieren. „Ich weiß nicht, wie es in dieser Saison wegen Corona weitergeht“, sagt Dörner. Aber falls die SG es sportlich schafft, nimmt der VfR Liga 1 allein in Angriff.

Denkbar wäre ebenfalls, dass die Waldheimer in der 2. Liga Nord weitermachen. Eine Entscheidung, ob und wann der Spielbetrieb weiterläuft, wird frühestens im Mai fallen. Ein Szenario ist, dass die Saison erst im September fortgesetzt wird – unwahrscheinlich, dass Odin dann noch im Boot wäre.

Odins Trainersuche läuft

In der Bundesliga jedenfalls werden die Männer von der Graft nicht mehr antreten, sagt de Riva – auch nicht in der 2. Liga, die zurzeit nur fünf statt acht Vereine zählt und genug Platz böte. Odins Kader ist zu klein, und die Kosten wären zu hoch. Ein Neubeginn wäre in Verbands- oder Regionalliga möglich, die Trainersuche läuft. „Wir müssen die geplante Trennung erstmal verdauen. Aber das ist zugleich eine Chance, wir haben eine starke U16“, sagt de Riva, „es geht auf jeden Fall auch ohne VfR weiter bei uns.“

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ntv.de - 11.04.20 tno/dpa/sid

Wegen der Corona-Pandemie:
Die erste Profiliga löst sich auf

Nach nur fünf Spieltagen ist alles vorbei: Die amerikanische Football-Liga XFL stellt Medienberichten zufolge ihren Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie ein. Es ist indes nicht das erste Mal, dass das Vorhaben einer Konkurrenz-Liga zur NFL scheitert.

Die amerikanische Football-Profiliga XFL steht nach dem Abbruch ihrer ersten Saison vor der Auflösung. Informationen von ESPN zufolge hat das zunächst sehr vielversprechend gestartete Konkurrenzprodukt zur National Football League den Betrieb eingestellt und am Freitag fast alle Mitarbeiter entlassen. Es gebe keine Pläne für eine Saison 2021.

Nach nur fünf Spieltagen hatte die XFL mit ihren acht Franchises im März aufgrund der Corona-Pandemie die Saison unterbrechen müssen - damals noch verbunden mit der Ankündigung, zurückzukehren. Nun scheint Vince McMahon, Chef von World Wrestling Entertainment (WWE), die Liga zum zweiten Mal nach 2001 aufgegeben zu haben. Laut ESPN hat XFL-Geschäftsführer Jeffrey Pollack die Mitarbeiter in einer Telefonkonferenz über ihre Freistellung informiert. Lediglich einige Führungspersonen bleiben im Amt.

Die XFL sollte eigentlich eine "kürzere, schnellere und familienfreundlichere" Football-Variante bieten. McMahon wollte mit seiner Liga in eine Lücke stoßen, die ihm die kriselnde National Football League zumindest terminlich bietet.

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Stade Français Paris – 28.03.20

Der interne Solidaritätsfonds hat

sein Ziel übertroffen: Danke!

Der vor zwei Wochen vom Stade Français Paris eingerichtete interne Solidaritätsfonds „Wir sind das Stade Français Paris"; endet heute Abend, hat aber sein Ziel, 15. 000 Euro zu sammeln, zugunsten der von der Krise und den Kurzarbeitsmaßnahmen am stärksten betroffenen Arbeitnehmer und Clubmitglieder bereits überschritten.

Dr. Hans-Peter Wild, Eigentümer und Präsident des Stade Français Paris, seinerseits wollte sich sofort nach der Eröffnung des Kätzchens persönlich in diese Solidaritätsinitiative einbringen. Er hatte daher seine Bereitschaft bekundet, noch weiter zu gehen und den Betrag der gesammelten Gelder zu verdoppeln, um den ärmsten Anhängern des Clubs angesichts dieser Gesundheitskrise zu helfen, indem er eine Verteilung von Frischwaren organisiert.

Obst- und Gemüsekörbe werden täglich von Collectif Rungis, dem Rugby-Club Rungis sowie von den Spielern und Mitarbeitern des Stade Français Paris persönlich abgegeben.

Am Ende dieses Jackpots freut sich der Pariser Klub über die Solidarität, die rund um diese einzigartige und beispiellose Initiative unter den Profi-Rugbyklubs in Frankreich zum Ausdruck kommt, und über die Großzügigkeit seines Präsidenten gegenüber seinen Anhängern.

Was den „Passe Solidaire"-Jackpot betrifft, der am 25. März zugunsten der AP-HP-Stiftung, Assistance Publique - Hôpitaux de Paris, gestartet wurde und am kommenden Sonntag (12. April) endet, so belaufen sich die gesammelten Gelder inzwischen auf mehr als 20. 000 Euro. Bravo und vielen Dank für Ihre Großzügigkeit.

Gemeinsam sind wir stärker.

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Offenbach-Post 09.04.20 cd

BSC Offenbach macht Vorschlag

Rugbyvereine drohen mit Schadenersatzklagen

Als wären die finanziellen Sorgen des Deutschen Rugby-Verbandes nicht bereits groß genug, haben einige Regional- und Zweitligisten für den Fall, dass die Saison abgebrochen werden und ihnen die Chance zum Aufstieg genommen werden sollte, mit Schadenersatzklagen gedroht.

OffenbachDas berichtete DRV-Vizepräsident Jens Poff im Podcast „Die Eierköpfe“.

Einer der auf Aufstiegskurs liegenden Zweitligisten ist der BSC Offenbach, der die West-Gruppe souverän anführt. Juristische Schritte habe man dem Verband gegenüber aber nicht angekündigt, stellt BSC-Sprecher Bruno Vrga klar. „Es gab Kontakt, aber wir haben lediglich einen Vorschlag eingereicht, welche Lösung unserer Meinung nach für alle am moderatesten wäre. Eventuell bietet die Corona-Krise ja auch die Gelegenheit, die Ligen neu zu strukturieren.“

Aktuell sind alle Spiele bis 19. April ausgesetzt. Mit einer Fortsetzung sei aber nicht vor Anfang Mai zu rechnen, heißt es. Für Vrga sind mehrere Szenarien denkbar. Das erste: Man beendet die Saison und legt fest, dass es keine Auf- und Absteiger gibt. Das zweite: Bei einem vorzeitigen Saisonende bleibt alles wie es ist, jede Liga wird aber um einen, beziehungsweise zwei Aufsteiger erweitert und in der Folgesaison gibt es dann entsprechend mehr Absteiger. Das dritte: Die ausgefallenen Partien werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt und man spielt ab kommender Saison von Januar bis Dezember, wie es von einigen Vereinen schon lange gewünscht werde.

Welches Szenario der BSC bevorzugt, wollte Vrga nicht verraten, betonte aber, dass man der Entscheidung „entspannt“ entgegensehe. Freilich wäre es „in gewisser Weise ein Drama“, wenn „wir innerhalb weniger Jahre zum zweiten Mal eine Saison lang nachsitzen müssten“, sagte er angesichts der Tatsache, dass den Offenbachern vor zwei Jahren der Aufstieg in die wenig später aufgelöste 3. Liga am Grünen Tisch verweigert worden war.

„Das würde unseren Prozess aber nicht stoppen, sondern bloß verlangsamen. Schade wäre das vor allem für den sportlichen Wettbewerb, denn wir haben in den Testspielen gegen die Nationalmannschaft sowie den RC Leipzig gezeigt, dass wir vom Leistungsniveau her in die 1. Liga gehören.“

Dort spielt der Nachbar RK Heusenstamm, belegt in seiner 13. Saison in Folge im Oberhaus aktuell einen Abstiegsplatz. „Bisher haben wir uns nicht viele Gedanken darüber gemacht, ob oder wie die Saison weitergeht. Derzeit ist nur die Gesundheit wichtig“, sagt Markus Walger, der Präsident des RKH. Eine optimale Lösung gibt es seiner Meinung nach ohnehin nicht. „Egal, was gemacht wird, es wird immer Leidtragende geben.“ Er glaubt nicht, dass die Saison noch fertiggespielt wird. „Theoretisch kann es dann keine Aufsteiger und Absteiger geben. Und keine Meister.“

Auch Vrga gibt sich bezüglich einer Fortsetzung der Saison zurückhaltend. „Ich denke, das gesellschaftliche Leben geht vielleicht in drei Wochen langsam wieder los, aber nicht der Spielbetrieb“, meint der BSC-Sprecher. Das aus Akteuren diverser Nationalitäten bestehende Team könne innerhalb kurzer Zeit einsatzbereit sein. „Die ausländischen Spieler, die wegen der Winterpause noch in ihrer Heimat waren, sind nicht zurückgekommen. Es ist aber nicht so, dass wir immer alle einfliegen“, sagt Vrga. Aufgrund des Kontaktverbotes könnten sich die Spieler nur zu Hause fit halten, „die Jungs werden das Rugbyspielen aber nicht in ein, zwei Monaten verlernen.“

Insgesamt ist der Kroate zuversichtlich, dass das deutsche Rugby die Corona-Krise ohne größere Schäden überstehen wird: „Es gibt nicht allzu viele Vereine, die Spieler finanziell unterstützen. Für diese könnte es hart werden, wenn deren Mäzen wirtschaftlich in Schieflage gerät.

Als Problem für den Großteil der Vereine sehe ich eher die Beitragserhöhung, über die beim Rugby-Tag abgestimmt werden soll. Dagegen gibt es Widerstände.

Wir würden gerne helfen, stimmen aber nur zu, wenn sicher ist, dass das Geld richtig eingesetzt wird. Die Jugend zu fördern, wäre zum Beispiel wichtig.“

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Kanadischen Presse 08.04.20 Von Neil Davidson (Canadian Press)

Deutschland-Rugby-Siebener-Projekt für ehemaligen
kanadischen Trainer Damian McGrath auf Eis gelegt

Deutschland-Rugby-Siebener-Projekt für ehemaligen Kanada-Trainer Damian McGrath auf Eis gelegt

Nachdem Trainer Damian McGrath Samoa und Kanada zu seltenen Turniersiegen in der HSBC World Rugby Sevens Series geführt hat, steht er nun vor der Herausforderung, Deutschlands Teilzeitspieler in die Top-Siebener-Runde zu befördern.

Es lief gut, bis COVID-19 den Sport zum Erliegen brachte. McGrath, der Mitte März eines der letzten Flugzeuge aus Frankfurt herausgeholt hat, als er in vollen Bio-Anzügen Menschen am Flughafen sah, ist jetzt in seinem Haus in Leeds, England, zusammengekauert. "Ich habe es gerade noch rechtzeitig geschafft", sagte McGrath.

Er könnte bald zurück sein. Anfang dieser Woche erhielt er einen Anruf von seinem Chef, wonach die Beschränkungen in Deutschland in zwei bis drei Wochen aufgehoben werden könnten. Die Bundesliga-Fußballmannschaften haben bereits wieder in kleinen Gruppen trainiert. "Wir können möglicherweise wieder mit dem Training beginnen, was eine gute Nachricht ist, wenn es stimmt", sagte er.

"Die Panik für mich ist, aus England herauszukommen, weil wir völlig gesperrt sind. Derzeit gibt es keine Flüge in oder aus Großbritannien."

Deutschland hat sich unter McGrath, der das Team im vergangenen Oktober übernommen hat, schnell weiterentwickelt. Die deutschen Männer gewannen die erste Runde der HSBC World Rugby Sevens Challenger Series und besiegten Hongkong im Februar im Finale in Chile mit 10: 0.

Die Deutschen wurden später in diesem Monat in Uruguay Fünfter und gewannen fünf von sechs Spielen. "Wir waren enttäuscht, dass wir nicht beide Beine gewonnen haben", sagte McGrath.

Die dritte und letzte Runde der Challenger Series mit 16 Teams sollte Anfang dieses Monats in Hongkong stattfinden. Die acht besten Teams wetteiferten um einen Platz bei den großen Jungs der World Series.

Das Turnier wurde jedoch aufgrund der Pandemie verschoben. "Wir waren sehr zuversichtlich, dort einige gute Dinge zu tun. Ich denke, die Enttäuschung ist, dass World Rugby Schwierigkeiten hat, ein zufriedenstellendes Datum für die Wiederholung zu finden, sodass ich nicht weiß, wie sie darüber hinwegkommen werden."

Der Gewinner der Challenger Series wird in der nächsten Saison das unterste Kernteam der World Series ersetzen. Die Konkurrenz ist hart. Länder mit begrenzten Ressourcen haben das actionreiche Short-Sevens-Spiel als einen Weg gesehen, in das Rugby einzusteigen.

Chile und Uruguay haben an der World Series teilgenommen und Japan bereitet sich auf die Olympischen Spiele in Tokio vor.

Trotzdem hat McGraths deutsche Mannschaft bisher 11 von 12 Challenger-Spielen gewonnen und damit den Gegner 301-93 übertroffen. Und die einzige Niederlage, ein 17: 12-Rückschlag durch Chile in Montevideo, war laut McGrath auf einige kontroverse Amtsentscheidungen zurückzuführen.

Sein Team besteht aus Soldaten, Studenten, Ingenieuren und anderen Arbeitern. Das Training wird am frühen Morgen oder am Abend um Jobs herum gequetscht. "Das war das Schwierigste - nur die Zeit zu finden, um als Gruppe zusammenzukommen."

Deutschland sollte im Juni auch in der Siebener-Europameisterschaft spielen, aber auch das wurde zurückgedrängt. McGrath kann eine gute Startseite aufstellen, aber die Tiefe ist ein Problem. "Es gibt einige Personen, die in den meisten Teams der Welt ein Spiel bekommen würden", sagte McGrath.

Die Siebener-Seite wird von der Regierung finanziert, während die deutsche 15er-Seite etwas durcheinander ist, nachdem der Saftgetränk-Milliardär Hans-Peter Wild aufgehört hat, das Programm zu finanzieren.

Das Siebenerteam trainiert im olympischen Trainingszentrum in Heidelberg, wo McGrath lebt, während seine Familie zurück in England ist. "Es macht Spaß", sagte er. "Es ist ein bisschen anders als das hektische Karussell der World Series, aber dort wollen sie sein."

Rugby Canada entließ McGrath im vergangenen Mai mit zwei verbleibenden Events in der World Series-Saison sowie einem olympischen Qualifikationsturnier. Die Kanadier, deren Vorsaison durch einen zweimonatigen Arbeitskampf unterbrochen worden war, belegten zu diesem Zeitpunkt den 12. Platz in der Gesamtwertung. Er wurde durch Henry Paul ersetzt, einen Co-Trainer der 15er-Mannschaft der Männer. Die kanadischen Männer stehen derzeit auf dem achten Platz nach ihrem dritten Platz in Vancouver im letzten Monat. "Es scheint ein Leben lang weg zu sein", sagte McGrath, der sich liebevoll an seine Zeit in Kanada erinnert. "Ich bin immer noch regelmäßig mit den Spielern und Mitarbeitern in Kontakt." "Es hatte große Auswirkungen auf unsere Abreise (Kanada)", fügte er hinzu. "Es war ein bisschen wie ein Verlust in der Familie."

McGrath wurde im Oktober 2016 als Nachfolger von Liam Middleton aus Simbabwe eingestellt, dessen Vertrag nicht verlängert wurde, nachdem Kanada sich nicht für die Olympischen Spiele in Rio qualifiziert hatte.

Deutschland besiegte Kanada im letzten Qualifikationsturnier in Monaco. McGrath, der zuvor Samoa zu einem Turniersieg 2016 in Paris verholfen hatte, führte Kanada 2017 in Singapur zu seinem ersten World Series-Sieg.

Dieser Bericht der kanadischen Presse wurde erstmals am 8. April 2020 veröffentlicht.

Frankfurter Rundschau – FR.de 07.04.20 von Nico Scheck

YouTuberin „maiLab“

Chemikerin erklärt: Corona-Krise geht erst richtig los - und endet nur mit dem Impfstoff

Weltweit wütet das Coronavirus. Die mit mehreren Preisen ausgezeichnete Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim erklärt: Die Corona-Krise endet nur mit einem Impfstoff.

    Die Fallzahlen der mit dem Coronavirus Sars-CoV-2* Infizierten steigen auch in Deutschland an

    Die mehrfach ausgezeichnete Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim hat bei YouTube ein Video veröffentlicht

    Sie erklärt: Die Corona-Krise geht jetzt erst richtig los

Mittlerweile hat es fast vier Millionen Klicks. Innerhalb von vier Tagen. Am 2. April schickt Chemikerin und YouTuberin Mai Thi Nguyen-Kim ein Video zur Corona-Krise auf die Reise, das viraler geht als jede Fail Compilation. In besagtem Video checkt Nguyen-Kim die Fakten rund ums neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 und geht der Frage nach, wann die Pandemie endlich überstanden ist.

Spoiler: Nehmen Sie sich für das Jahr 2020 nicht mehr allzu viel vor.

YouTuberin Nguyen-Kim erklärt: „Die Corona-Krise geht gerade erst richtig los“

In ihrem neuen Video auf ihrem YouTube-Kanal „maiLab“ erklärt die Chemikerin, dass die Pandemie in der Theorie erst dann überstanden ist, wenn eine Herdenimmunität erreicht ist. Das sei der Fall, wenn etwa 60 bis 70 Prozent der Menschen sich infiziert haben und wieder erholt sind. Nguyen-Kim rechnet vor: Bei 73.000 bestätigten Corona-Fällen in Deutschland (Stand 1. April) und einer Dunkelziffer von etwa Faktor zehn stehen wir aktuell bei einer Herdenimmunität von knapp einem Prozent.

Geht man nun von dem aktuellen Stand (6. April) aus, steht Deutschland laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) bei knapp 100.000 bestätigten Fällen. Auch hier haben wir nur eine Herdenimmunität von etwas mehr als einem Prozent. So kommt die Wissenschaftlerin nur zu einem Schluss: „Die Corona-Krise geht also gerade erst richtig los.“

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Süddeutsche-Zeitung - 07.04.20 SZ-Redaktion

Sport in Corona-Zeiten: Das erste Spiel als Ziel

"Fast alle Trainer und Spieler arbeiten im Home-Office oder erfüllen dort ihre Schulaufgaben", erklärt der Rugby-Abteilungsleiter des 1. SC Gröbenzell, Thomas Läuter. "Doch wir halten uns fit und hoffen, dass wir vielleicht schon am 30. Mai gegen Innsbruck in der Herren-Verbandsliga antreten können." Das könnte knapp werden, denn die Ausgangsbeschränkungen wegen der Virus-Epidemie wurden gerade erst verlängert.

Momentan passen alle auf, dass wenigstens die Fitness erhalten bleibt. Zwischen den Rugby-Trainern läuft beispielsweise ein Wettbewerb, wer zu Hause die meisten Liegestütze schafft. Jeden Abend schicken sie ihre Zahlen per Whatsapp und kommen schon einmal auf über 1000 Stück pro Tag. Viele Spieler trainieren außerdem mit Hanteln, machen Klimmzüge oder gehen laufen. Und selbst am Geist des Rugby-Spiels, das oft ruppig aussieht und dennoch zu den fairsten Sportarten der Welt gehört, wird gearbeitet.

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